Sticken ist das neue Malen – Contemporary Embroidery

britta kadolsky

Eine Freundin hat mich zum Sticken gebracht. Ich hatte diese wunderbare Betätigung bis dahin noch immer in die verstaubte, biedere Ecke der Muttis und Omis am heimischen Herd gepackt. Auch weil das Sticken weiblich konnotiert ist. Sticken transportierte jahrhundertelang weibliche Tugenden wie Sittsamkeit, Mäßigung und Fleiß.

Inzwischen aber hat es das ‚Brave-Mädchen-Image‘ verloren, das ist auch auf den Social-Media-Kanälen zu sehen: Der pandemiebedingte Lockdown hat die Lust am Handarbeiten mit Nadel und Faden verstärkt. Unzählige Anleitungen im Internet und eine beachtliche Anzahl von Posts auf Instagram beweisen die zunehmende Begeisterung. So habe ich entdeckt, dass Doris Dörrie dort ihre Pandemie-Tischdecke zeigt. Die Regisseurin und Buchautorin hat über die Monate immer neue Motive hinzugefügt. Zum Teil verbindet sie die Corona-Pandemie mit Zitaten aus der Kunstgeschichte (wie die ‚2. Welle‘ in Anspielung an die Große Welle von Hokusai), aber es finden sich auch ein Selbstporträt, Katzen, Blumen etc.

Doris Dörre, Pandemiedecke, Ausschnitt von ihrem Instagram-account
Doris Dörre, Pandemiedecke, Ausschnitt von ihrem Instagram-account

Außerdem ist Sticken in der bildenden Kunst angekommen! In der Geschichte eine zwar hochgeachtete Kulturtechnik (man denke nur an die kostbar bestickten Gewänder weltlicher und geistlicher Fürsten), stand das Sticken als Kunsthandwerk doch immer weit unter den Künsten der Malerei oder Bildhauerei. Aber: Seit einigen Jahren hat sich die Stickkunst emanzipiert und ist in bedeutenden Galerien und auf wichtigen Ausstellungen vertreten.

Bei meinen Recherchen stieß ich auf so viele, sehr unterschiedliche gestickte Kunstschätze, dass die Auswahl für meinen Artikel nur eine willkürliche, nach meinem Geschmack getroffene sein kann.

Textile Kunst auf der 57. Venedig Biennale 2017 …

Die von Christine Marcel kuratierte Biennale bot generell viel Textilkunst: „Tapisserien und Makramee-Verschlingungen, überdimensionierte bunte Wollknäule, Gesticktes, Genähtes und weitere ganz konkrete Fäden durchziehen Christine Macels internationale Ausstellung Viva Arte Viva.“ (Zitat: Textile Art Forum)

Mending Project – Lee Mingwei

Lee Mingwei, Mending Project, Ausstellungsansicht, Venedig Biennale, 2017,
Lee Mingwei, Mending Project, Ausstellungsansicht, Venedig Biennale, 2017, Foto: flickr Jean-Pierre Dalbera, CC 2.0

Lee Mingwei aus Taiwan reparierte bei seinem Mending Project kaputte Kleidung: Stickenderweise entstand so ein persönlicher Austausch zwischen Künstler und Publikum. Das Miteinander, das Selbermachen und die Nachhaltigkeit stehen bei Mingweis konzeptueller, interaktiver und partizipatorischer Kunst im Mittelpunkt: Ein Gegenpol zur Konsumgesellschaft. Defekte Kleidung muss nicht entsorgt werden, sondern wird – gemeinsam – wieder hergerichtet.

Während Lee Mingwei das Textil repariert, sprechen Künstler und Klamottenbesitzer*in über die Bedeutung des Kleidungsstückes und warum es wert ist, repariert zu werden. Mit der Zeit, die das Sticken dauert, wird klar, wie wertvoll das Kleidungsstück und menschliche Beziehungen sind und dass beides zuweilen zusammen gehören kann.

Dabei bringt der Künstler seine eigene Geschichte in dieses Projekt mit ein: Am 11. September 2001, am Tag des Terroranschlages, arbeitete sein Lebensgefährte im New Yorker World Trade Center. Mingwei wartete voller Sorge darauf, dass sein Partner nach Hause käme. Er nahm seine Kleidung, reparierte das ein oder andere Stück und fühlte Trost und Verbundenheit. Es war seine Art, mit dem Schock und der Angst umzugehen – bis sein Partner glücklicherweise nach Hause kam. Mingwei verarbeitete das traumatische Erlebnis 9 Jahre lang, bevor er seine Erfahrungen in dieses Kunstprojekt einfließen ließ. 

Bis Mitte September 2021 war Lee Mingwei in München in der Villa Stuck zu sehen: The Mending Project war auch mit dabei.

… und textile Kunst auf der documenta 14 in 2017

Auch die documenta 14 in Kassel zeigte 2017 jede Menge Textilkunst.

Historja – Britta Marakatt-Labba

Britta Marakatt-Labba: Ausschnitt aus Historja 2003 – 2007
Britta Marakatt-Labba: Ausschnitt aus Historja 2003 – 2007, 23,5m x39 cm, detail; embroidered, printed, appliqué, wool on linen; photo Beatrijs Sterk

Berührend war die über 20 Meter lange Stickerei Historja von Britta Marakatt-Labba. Unzählige gestickte Bildergeschichten reihen sich auf der ellenlangen Stoffbahn aneinander. Sie zeigen das Leben der Sámi, der indigenen Bevölkerungsgruppe Nordschwedens, Finnlands und Russlands, der auch die Künstlerin angehört. Den Sámi wird die politische Selbstbestimmung verwehrt. So ist diese, auf den ersten Blick und durch die traditionelle handwerkliche Technik lieblich anmutende, gestickte Geschichte gleichzeitig ein politisches Statement. Die lange Erzählung spiegelt die Traditionen des Volkes wider: Das Zusammenleben von Mensch und Tier, Rentierherden in arktischen Wäldern, idyllische Natur und brutale, blutige Aufstände. So wie das Leben der Sámi eben über die Jahrhunderte war.

Vier lange Jahre brauchte die Künstlerin für die Arbeit und es floss die „Erzählkunst der Sámi ein, in der Heiliges und Profanes im Alltag nebeneinandersteht.“ (Zitat:documenta website).

Ein Beispiel zeitgenössischer Stickkunst in Deutschland: Victoria Martini

Victoria Martini, Freier Fall und Sanfte Landung, Stickerei und Acryl auf Baumwolle, 2013
Victoria Martini, Freier Fall und Sanfte Landung, Stickerei und Acryl auf Baumwolle, 2013, Foto: Victoria Martini

Die deutsche Künstlerin mit belgischen Wurzeln stickt vermeintlich banale Motive wie Wolken, Löwenzahn, Bauzäune oder Details einer Innenarchitektur. Eine andere Werkreihe zeigt Frauenfiguren in Schwarz-weiß, die einem Comic entsprungen scheinen – eine Anspielung auf die Pop-Art, die Martini liebt. Roy Lichtenstein ist als Vorbild erkennbar. Die rosafarbene, idyllische Hintergrundlandschaft, die an bedruckten Dekostoff erinnert, jedoch bemalt ist, erscheint wie ein virtueller Raum. Auch die Zeit spielt eine Rolle: Gegen unsere schnelllebige Welt und den unendlichen Bilderreigen der digitalen Medien, stickt Victoria Martini langsam Stich für Stich und ahmt damit die lineare Darstellung nach. Die Motive haben ihrerseits einen Zeitraum überdauert, in dem sie mehrfach reproduziert wurden: Von der ursprünglichen Zeichnung über den Comic in einer Tageszeitung, bis sie schließlich von Lichtenstein gemalt und nun von Martini gestickt wurden.

Die in München ansässige Künstlerin collagiert Bilder, die sie im Netz findet mit selbstgemachten Fotos und Bildern anderer Künstler. Aus ihrem ursprünglichen Kontext gerissen, werden sie von der Künstlerin wieder neu zusammengesetzt und es entsteht etwas Neues. Die Arbeiten wirken auf den ersten Blick lieblich, jedoch verwirrt auf den zweiten Blick, dass es sich nicht um grafische Zeichnungen handelt, sondern um gestickte Striche. Auch die Motive zu enträtseln, verlangt eine gewisse Zeit. Diesen Widerspruch finde ich reizvoll: Eine skizzenhafte Zeichnung, die vermeintlich besonders schnell gefertigt ist, erweist sich als zeitaufwendige Stickerei.

Victoria Martini, Clpuds (frontal und Seitenansicht), Stickerei auf Baumwolle, 2020,
Victoria Martini, Clpuds (frontal und Seitenansicht), Stickerei auf Baumwolle, 2020, Foto: Victoria Martini

Fazit: Selbstverständlich hat diese Kunst nicht mehr viel mit den hausbackenen Kreuzstichblümchen im Stickrahmen zu tun. Der Gegensatz zwischen der althergebrachten Kulturtechnik und einer gesellschaftskritischen Gegenwartskunst birgt eine zusätzliche Ironie. Und die Kunst mit der Nadel ist ein zusätzliches künstlerisches Medium neben Malerei, Graphik, Bildhauerei, Fotografie und Installation geworden.

Stick-Kunst transportiert eine Message, wie es sich für gute Kunst gehört: Sie ist gesellschaftskritisch, politisch, partizipativ und zeigt die Ambivalenz auf, die zwischen der biederen Hausfrauentätigkeit und der High-Art besteht.

Schlussendlich ist es auch eine herrlich kreative Beschäftigung.

Sticken ist das neue Malen – Contemporary Embroidery

Der Deutsche Pavillon in Venedig

von britta kadolsky • am

Auf der 59. Biennale in Venedig beschäftigt sich der Deutsche Pavillon wieder einmal mit sich selbst. Irgendwie gehört das ja zum Pflichtprogramm der deutschen Künstler*innen bei der faschistischen Architekturgeschichte.  Maria Eichhorn habe ursprünglich geplant, den gesamten Pavillon abzutragen und woanders wieder aufzubauen…. Weiterlesen

Kunst in Frankfurts neuem Hochhaus

von britta kadolsky • am

Kostenlos Kunst in Frankfurt genießen – Chiharu Shiota im WINX Tower Fasziniert lege ich meinen Kopf in den Nacken und schaue auf die vier roten Boote, die in luftiger Höhe des Foyers im WINX Tower schweben. Die mit roten Fäden… Weiterlesen

Papierkunst in Berlin

von britta kadolsky • am

Kunst aus Papier im Haus des Papiers in Berlin Ein (noch) ziemlich geheimer Kunst-Tipp ist das Haus des Papiers in Berlin Mitte. Gegründet wurde es im Jahr 2021 von den Unternehmerinnen Ulrike Vohrer und Annette Berr. Das Museum ist ganz der… Weiterlesen

Die Kunst-Biennale Venedig ist wieder da

von britta kadolsky • am

In 2 Wochen ist es endlich wieder so weit. Am 23. April 2022 beginnt die 59. Kunst-Biennale von Venedig. Eigentlich für letztes Jahr geplant, musste das ‚Weltfestival der Kunst‘, wie es das art-Magazin nennt, die Veranstaltung verschieben – aus hinlänglich… Weiterlesen

Kostenlos Kunst in Berlin genießen

von britta kadolsky • am

Schweizer Botschaft, Galerie König, Galerie Sprüth Magers Kostenlos Kunst in Berlin genießen: In Berlins Mitte, direkt neben dem Bundeskanzlerinnenamt, der “Waschmaschine”, inmitten der spröden Betonarchitektur von Diener & Diener, flattert Pipilotti Rists Werk ein Blatt im Wind. Seit 2001 fallen aus… Weiterlesen

Das Bild des Menschen

von Ruth Fühner • am

Gerade hat Britta ihren letzten Artikel über das Porträt eingestellt, da stoße ich zufällig bei einem Sevilla-Besuch auf eine Ausstellung, die genau daran anschließt. La Imagen Humana, Das Bild des Menschen heißt die Schau im Kulturforum der Caixa-Bank, die aus den reichen Beständen… Weiterlesen

10 Fakten über Porträts

von britta kadolsky • am

10 Fakten über Porträts 1. Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht. Wer kennt diesen Reim nicht?! Er verdeutlicht, wie wenig es braucht, um ein Gesicht darzustellen. Wir glauben in allem, was zwei Punkte und einen Strich hat,… Weiterlesen

Kunstspaziergang im Frankfurter Bankenviertel

von Ruth Fühner • am

Einen schön aufwendigen Wechselrahmen für Kunst leistet sich die DZ-Bank mit ihrem Art Foyer am Platz der Republik in Frankfurt. In dem strahlend weißen Gehäuse mit dem eindrucksvollen Treppenaufgang zeigt die Bank dreimal im Jahr Ausstellungen von KünstlerInnen, die sich mit dem… Weiterlesen

Darstellung der Zeit in der Kunst

von britta kadolsky • am

Darstellung der Zeit in der Kunst Die Zeit: Mal „verfliegt“ sie und mal kriechen sie dahin, die Sekunden und Minuten. Die Zeit kann grausam sein, wenn sie uns unsere Vergänglichkeit aufzeigt und auch gnädig, wenn sie „alle Wunden heilt“. Schon… Weiterlesen

Ausstellungstipp: Die Welt von Steve McCurry

von Saskia Wolf • am

von Saskia Wolf: Die Welt von Steve McCurry ist momentan in einigen Ausstellung in Europa zu sehen. Und was für eine Welt das ist – voller Dramen, Emotionen, Schicksalen, uralten Traditionen und Konflikten, aber auch voller Freude und Farben, Momente der… Weiterlesen

Kollektive erobern die Kunstwelt – ruangrupa

von britta kadolsky • am

Künstler*innenkollektive boomen gerade in der Kunstwelt. Hat das Ego des Künstlergenies langsam ausgedient? Warum gerade jetzt? Klar ist: die Gesellschaft befindet sich im Wandel. Egotrips werden zunehmend als überholt und unpassend empfunden. Teamwork steht, nicht nur in der wirtschaftlichen Arbeitswelt,… Weiterlesen

Ist das Kunst oder kann das weg? – Joseph Beuys zum 100. Geburtstag

von britta kadolsky • am

Kurz bevor das Jahr zu Ende geht, muss ich natürlich noch über Joseph Beuys sprechen. Wie hinlänglich bekannt, wäre dieses Jahr sein 100. Geburtstag gewesen. Posthum hat der Künstler daher unglaublich große Aufmerksamkeit bekommen: Über 20 Ausstellungen widmeten sich 2021… Weiterlesen

Die Neue Nationalgalerie in Berlin

von britta kadolsky • am

Ich bin in Berlin! Die neue Nationalgalerie steht ganz oben auf meiner Museumsliste. Jahrelang habe ich über den Bauzaun auf das ikonische Glas- und Stahlgebäude der Neuen Nationalgalerie geäugt. Nun ist das Museum der Moderne, nach sechseinhalb Jahren radikaler Sanierung… Weiterlesen

Kunst in und vor Frankfurter Bankfoyers

von Ruth Fühner • am

Viele Frankfurter Kunst-Schätze strahlen im Verborgenen. Es sind die Sammlungen der Banken. Angelegt weniger in der Hoffnung auf bleibende als auf wachsende Werte, sollen sie das Image des seelenlos angehäuften Kapitals mit dem sanften Glanz des Feingeistigen überziehen. Einige von… Weiterlesen

Lucian Freud – Maler der Queen und der Nackten

von britta kadolsky • am

Heute möchte ich von einem meiner Lieblingsmaler berichten: Lucian Freud – Maler der Queen und der Nackten. Vor 10 Jahren ist der Enkel des Psychoanalytikers Sigmund Freud gestorben.  Neben einem kleinen Bild von der Queen, malte er auch Berühmtheiten wie Kate Moss, Jerry… Weiterlesen

Raffaels Engel sind überall

von britta kadolsky • am

Raffaels Engel sind überall. Die Geschichte des Renaissance-Gemäldes, die ich heute erzähle, begann vor 500 Jahren und erlebt seit etwa 50 Jahren selbst eine unglaubliche Renaissance. Der Fairness halber sollte ich noch ergänzen, dass die neuerliche popkulturelle Aufmerksamkeit sich lediglich… Weiterlesen

Kunst unter der Erde – der Louvre des RMV in Frankfurt

von Ruth Fühner • am

Was Paris recht ist, ist Frankfurt billig. Die Glaspyramiden am Messeturm sind, na ja, fast so schön wie ihre Schwestern im Innenhof des Grand Louvre. Immerhin, in eine Art Museum geht es hier auch. Eins, das es zumindest an Ausdehnung… Weiterlesen

Forma Viva – lebendige Form am Südende Istriens

von Ruth Fühner • am

Schon zu Titos Zeiten hatte das istrische Küstenstädtchen Portorož etwas von seiner eleganten Weltläufigkeit bewahren können – und das gilt nicht zuletzt in Sachen Kunst.  1961 fand hier, auf der grünen Halbinsel Seca, erstmals die Bildhauerbiennale Forma Viva statt. Seither… Weiterlesen

Alpinkunst am Großglockner

von Ruth Fühner • am

Kunst-Ausstellung Alpenliebe in Österreich. Auf dem Weg nach Italien ist die Großglockner-Hochalpenstraße eine der spektakulärsten Strecken – selbst wenn, wie bei unserer Fahrt, das Wetter so schlecht ist, dass der größte Gletscher Österreichs, die immer mehr schmelzende Pasterze, vom Nebel… Weiterlesen

17. Architekturbiennale in Venedig – Wie werden wir zusammen leben?

von britta kadolsky • am

How will we live together? Wie werden wir zusammen leben? Das ist das spannende Motto der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig. Das Zusammenleben in der Zukunft ist eine Riesen-Herausforderung: Soziale Ungerechtigkeiten, Nachhaltigkeit, Solidarität, Klimawandel, Migration, Rassismus, politische Polarisierungen … große Probleme… Weiterlesen

Draußen Kunst genießen – weibliche Skulpturen in Frankfurts Wallanlagen

von britta kadolsky • am

Die Museen sind immer noch im Lockdown. Nach Monaten des Verzichts auf Kunst und Kultur ist die Sehnsucht groß. Zeit, sich die Kunst draußen anzuschauen!
Kunst im öffentlichen Raum heißt das Stichwort! In Frankfurts Wallanlagen, einem grünen Parkstreifen um die Innenstadt, stehen dutzende Skulpturen. 5 davon habe ich genauer betrachtet. Alle weiblich, alle nackt. Warum?… Weiterlesen

Die schießende Feministin: Niki de Saint Phalle

von britta kadolsky • am

Schießkunst – Feministin – Künstlerin: Ein Schuss knallt und kurz darauf läuft rote Farbe über den Körper. Ein zweiter Schuss ertönt, auch er hat getroffen: gelbe Farbe quillt aus der Wunde. Niki de Saint Phalle schießt auf ihr Kunstwerk La mort… Weiterlesen

Wie die Moderne nach Berlin kam – Mariam Kühnel-Hussainis Roman ‘Tschudi’

von Ruth Fühner • am

Tschudi in Berlin Stellen Sie sich für einen Augenblick das großbürgerlich-kaiserliche Berlin um 1900 vor. Den Kurfürstendamm, das Westend, den Boulevard Unter den Linden. Den Rausch von Gründerzeitarchitektur, die hemmungslos Türmchen und Erker, Karyatiden und anderen Klingeling-Zierrat aufeinanderhäuft. Hinter den… Weiterlesen

Überraschung: Max Beckmann ist auch Bildhauer!

von britta kadolsky • am

Max Beckmann in Frankfurt – eine Ausstellung im Städel Die Museen haben auf. Ich besuche das Städel, bevor nach ein paar Tagen alles wieder schließen muss. Die Beckmann Ausstellung im Städel ist klein, aber fein. Der Fokus liegt auf Beckmanns Jahren in… Weiterlesen

Hurra – die Museen sind wieder auf

von britta kadolsky • am

Jeremy Shaw im Frankfurter Kunstverein Als erster unterrichtet mich der Frankfurter Kunstverein per E-Mail über die Öffnung. Ich verliere keine Zeit und reserviere direkt Tickets: Eine riesige Leinwand erwartet uns bereits im Eingangsbereich: Explosionen von farbigen, visuellen Tunnel-Effekten, die uns in den… Weiterlesen

Online-Führung durch die Städel-Highlights

von britta kadolsky • am

Städel Sammlung: Die Highlights  „Museum für zu Hause – Live“ nennt das Museum seine Reihe der Online-Formate. Freudig nehme ich die Online-Führung über die Städel Highlights wahr.Ein Highlight ist die Online-Führung gleich aus mehreren Gründen:   Endlich kann ich mal wieder ein Museum ‚besuchen‘… Weiterlesen

Alfred von Meysenbug

von britta kadolsky • am

Comic-Autor, Maler, Illustrator und Plattencover-Gestalter von Udo Lindenberg Alfred von Meysenbug, einigen bekannt durch seine Comic-Bücher und die Illustration von Udo Lindenbergs Plattencovern, ist vor einem Jahr am 19. Februar gestorben. Meyse, wie er von seinen Freunden liebevoll genannt wurde, hieß… Weiterlesen

Online-Führung durch die Balkenhol Ausstellung

von britta kadolsky • am

Was für ein wunderbares Angebot in Anbetracht der pandemiebedingten Schließung: Eine Online Führung durch die Ausstellung von Stephan Balkenhol im Duisburger Lehmbruck Museum.Die monumentalen bemalten Holzskulpturen des Bildhauers sind vielerorts im öffentlichen Raum zu bewundern. Fast in jeder großen Stadt… Weiterlesen

Das Blaue vom Himmel

von Ruth Fühner • am

Lapis, Indigo und Waid – die Geheimnisse der Farbe Blau.  Keine Spur von Blau, auf diesem Bild der National Gallery in London. Es ist, da sind sich die Experten weitgehend einig, wohl ein echter Michelangelo – wenn auch nicht gerade einer… Weiterlesen

Die Liaison von Kunst und Werbung

von britta kadolsky • am

Was haben Kunst und Mode gemeinsam? Momentan, in der Pandemie: Museen, Modehäuser und Boutiquen haben geschlossen.Aber es gibt noch andere Zusammenhänge . . . Einer der bekanntesten liegenden Frauenakte der Kunstgeschichte ist Manets Olympia; 1865 löste das Bild bei der… Weiterlesen

Stilbruch auf Leinwand: Gerhard Richter

von Ruth Fühner • am

Eine nackte Frau mit blonder Bienenkorbfrisur schreitet eine Treppe herab. Frontalansicht, leicht unscharf. Die Farben: wie auf einem der ersten Farbfotos, ausgeblichen, die Treppe grünlich. Ema, 1966. 2 Meter mal einsdreißig.  Graue Rechtecke. Monochrom. Die Farbe mal mit grobem Pinsel gleichmäßig… Weiterlesen

Spektakuläre Museumsbauten: Teil 2

von britta kadolsky • am

Museumsarchitektur in ehemaligen Industriebauten  Im 1. Teil habe ich bereits die Frage gestellt: Welche Chance hat die Kunst neben der bombastischen Museumsarchitektur von heute? Dazu habe ich spektakuläre architektonische Meisterleistungen gezeigt, die eigens für die Präsentation von Kunst gebaut wurden. … Weiterlesen

Spektakuläre Museumsbauten: Teil 1

von britta kadolsky • am

Bei meinen Besuchen in den diversen Museen für moderne und zeitgenössische Kunst fällt mir immer wieder auf, wie beeindruckend Museumsarchitektur sein kann.  Ich denke hierbei an Bauten wie  das zylindrisch geformte Guggenheim Museum in New York das technisch-futuristisch anmutende Centre Pompidou in… Weiterlesen

Kunst im Berliner Technoclub Berghain: Teil 2

von britta kadolsky • am

Teil 2/2: Studio Berlin – Panoramabar, Schlackekeller,große Halle. Der 2. Teil meines Artikels über die großartige Ausstellung im Technoclub (Hier gehts zum 1. Teil). Dort habe ich über die Ausstellung im Main Dancefloor, der Klobar und die Toiletten berichtet.  Für… Weiterlesen

Berlin: Kunst im legendären Technoclub Berghain

von britta kadolsky • am

Teil 1/2: Studio Berlin – Main Dancefloor, Klobar, Unisex Toiletten.  Eine Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst in einem der coolsten Clubs Deutschlands: das passt zusammen! Wie allgemein bekannt und x-mal erwähnt: die Clubszene liegt seit Corona brach und die Clubs kämpfen… Weiterlesen

Wo Banane drauf ist, ist Kunst drin!

von britta kadolsky • am

Die Banane ziert Eingänge zur Kunst Alle, die sich für Kunst interessieren haben die knallgelbe Spray-Banane sicherlich schon mal an einer Häuserwand gesehen. Die Banane sieht aus wie aus einem Comic entsprungen. Die sehr einfache Form in Gelb mit den wenigen schwarzen… Weiterlesen

Intensives Blau – das Markenzeichen von Yves Klein

von britta kadolsky • am

“Blue has no dimension it is beyond dimensions.” Yves Klein Intensives Blau – das Markenzeichen von Yves Klein Endlich war ich, nach der Corona-bedingten Schließung, mal wieder im Städel. Die Gegenwartskunst im unterirdischen Erweiterungsbau, den Gartenhallen, ist ganz neu gehängt worden…. Weiterlesen

Ist das Kunst oder kann das weg?

von britta kadolsky • am

Die alte Diskussion… Von wem stammt eigentlich dieses Zitat? Es wird mittlerweile recht häufig benutzt, insbesondere um auszudrücken, dass man das jeweilige Kunstwerk nicht als ein solches anerkennen will. Ich möchte in diesem Artikel der Herkunft auf den Grund gehen und… Weiterlesen