Feministisch, queer und traditionell – Highlights der Venedig Biennale Teil 2

britta kadolsky

Künstler*innen die mich in Venedig begeistert haben:

In der Hauptausstellung und in den sogenannten kollateralen Ausstellungen in Venedig gibt es jenseits der Länderpavillons der Biennale wirkliche Highlights zu entdecken. Von den eher nicht so bekannten Künstler*innen, die mich besonders berührt haben, erzähle ich hier:

Feministisch – Paula Rego in der Hauptausstellung im Giardini

Frau im geblümten Kleid liegt auf dem Boden auf der Seite auf einem Jackett. Arme von sich gestreckt. schläft, seitliche Position
Paula Rego, Sleeper, 1994, Pastel auf Papier, 120 x 160 cm, Venedig Biennale 2022

Diese farbige, figurativ-realistische und große Malerei zieht mich sofort in ihren Bann. Ein ganzer Raum ist der portugiesischen Künstlerin in der Hauptausstellung der Giardini gewidmet. Die von ihr dargestellten Menschen sind fast immer Frauen. Die oft lebensgroß gemalten Figuren sind in ungewöhnlichen Haltungen zu sehen, die auffordern, genauer hinzuschauen: Eine Frau in einem geblümten, knielangen Kleid liegt auf dem Boden. Wie im Schlaf liegt sie auf ihrer rechten Seite, die nackten Arme weit von sich gestreckt und die Knie angezogen. Der Unterkörper ruht auf einem dunklen Männerjackett. Die unkonventionelle Haltung erzählt die Geschichte von Regos Ehemann, der früh an Multiple Sklerose erkrankte und von ihr 20 Jahre lang, bis zu seinem Tod, gepflegt wurde. Ambivalente Gefühle wie Trauer, Wut und Liebe spiegeln sich in den Bildern, die sie zu diesem Thema gemalt hat. 

Alle Bilder sind mit Pastellkreiden gemalt – eher ungewöhnlich für diese riesigen Formate. Viele erinnern an düstere Märchen. 

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Paula Rego, Installationsansicht Bilder und Puppen im Schrank, Biennale Venedig Hauptausstellung Giardini

Paula Rego wuchs in der Diktatur Salazars in Portugal auf, studierte und lebte jedoch auch in England. Mit Portugal beschäftigt sich auch ihre Serie The Abortion Pastels: Rego thematisiert das strenge Abtreibungsgesetz (faktisch fast ein Verbot). Sie malt – zumeist junge – Frauen, die eine verbotene Abtreibung vornehmen ließen, mit all den dazugehörigen Gefühlen von Angst, Schmerz, Leiden, Scham und Mut. Ihre Frauenfiguren sind stark und die in ihren Bildern erzählten Geschichten wirken psychologisch komplex, da auf den ersten und zweiten Blick viele Nuancen zu erahnen, jedoch nicht zu erkennen sind.
Die Künstlerin hat in den letzten Jahren ihre Malerei durch handgemachte Stoffpuppen ergänzt.

Letzte Woche ist Rego 87-jährig gestorben.

Queer – Igshaan Adams riesiger Teppich in der Hauptausstellung im Arsenale

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Igshaan Adams Bonteheuwel/Epping, Arsenale, Biennale 2022, Venedig

Der riesige, fast zwölf Meter lange und fünf Meter hohe farbige Teppich Bonteheuwel /Epping an der Wand des Arsenales fasziniert schon allein durch seine Dimension. Als ich nähertrete, weckt das Sammelsurium von eingearbeiteten Materialien noch mehr mein Interesse: Holz, Plastik, Knochen, Glasperlen, Muscheln, Nylonseile, Baumwollbänder, Ketten, Draht und viele mehr – eine chaotische Assemblage. Das Material des haptischen Wandteppichs ist meistens Abfall aus der Gegend, in der Adams aufwuchs: postkolonialer Müll. Geboren und aufgewachsen ist Adams in dem Township Bonteheuwel am staubigen Rand von Kapstadt. Als Kreole mit malaysischen Wurzeln, Muslim und offen queer, stellt Adams im Rahmen seiner Kunst immer wieder die Frage nach Zugehörigkeit. In dem Apartheid-Regime wurde er als Farbiger eingestuft und damit in einen Stadtteil gezwungen, der für Weiße zum Leben nicht zumutbar war.

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Igshaan Adams Bonteheuwel/Epping Detailansicht, Arsenale, Biennale 2022, Venedig

Der großformatige Wandteppich zeigt ein expressionistisch wirkendes Muster in beige- und rosafarbenen Tönen mit einigen dunkleren Flecken. Es erinnert zum einen an die Linoleum-Böden in den Wohnungen seiner Freunde und Verwandten in Kapstadt, Südafrika. Zum anderen werden die farbigen Muster des Teppichs von drei helle diagonale Linien durchzogen, den sogenannten ‘desire lines’. Das sind Trampelpfade, die fernab der offiziellen Wege und Straßen von den Menschen im Laufe der Zeit angelegt werden. Das riesige gewebte Werk zeigt eine Art Landkarte von Adams Heimatareal sowie die Wege zwischen Bonteheuwel, seinem Wohnort, und dem Industriegebiet Epping, indem insbesondere die Schwarzen und Farbigen arbeiteten.

Traditionell – Chun Kwang Young im Palazzo Contarini

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Chun Kwang Young, Palazzo Contarini Polignac, Ausstellungsansicht

Das Wunderbare an Venedigs Kunstbiennale ist, dass man auch in Palazzi hereinkommt, die normalerweise für die Öffentlichkeit versperrt sind. Viele sogenannte Eventi collaterali finden in den repräsentativen Residenzen statt. 

Eine dieser begleitenden Ausstellungen ist im Palazzo Contarini Polignac, direkt am Canale Grande neben der Accademia Brücke. Der Palast aus der Frührenaissance zeigt die Ausstellung Times Reimagined

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Chun Kwang Young, Palazzo ‘Contarini Polignac, Ausstellungsansicht Reliefs im großen Raum

In den großartigen Räumlichkeiten stehen die faszinierenden Papierarbeiten des südkoreanischen Künstlers Chun Kwang Young
Die bis zu vier Meter hohen Skulpturen aus Papier haben organische Formen mit einer dornig aussehenden Oberfläche. Nach genauerem Hinsehen erkenne ich, dass tausende kleine dreieckige Päckchen zusammengefügt wurden. Das beschriftete Papier stammt von alten Buchseiten. Diese bestehen aus der inneren Rinde des Maulbeerbaumes. Hanji heißt das auf traditionelle Weise hergestellte Papier in Südkorea. 

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Chun Kwang Young im Palazzo Contarini, Venedig, Palazzo Contarini

In unendlicher Ausdauer hat Chun seine Werke gefaltet. Er packte dafür Styropor-Dreiecke mit Hanji ein und band jeweils ein kleines Bändchen darum. Die eng neben-und übereinander fixierten Pakete ergeben abstrakte Architekturen, die Assoziationen an einen riesigen Pilz, an einen überdimensionalen Virus oder ein Herz wecken. Vierzig überlebensgroße Skulpturen und Reliefs füllen die Räume des Palazzos. 

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Chun Kwang Young, Palazzo ‘Contarini Polignac, Nahaufnahme

Das Papier und die Art es zu Päckchen zu falten, spielten in der Kindheit des Künstlers eine große Rolle. Hanji war in Korea allgegenwärtig, bis es von moderneren Materialien verdrängt wurde. Diese historische Bedeutung des Werkstoffes spielt für Chun eine große Rolle und verleiht seiner Arbeit eine politische Komponente.

Fazit:

Nach dem Deutschen Pavillon und den vier Länderpavillons, die mich außerdem begeisterten sind sowohl in der Hauptausstellung der Biennale als auch bei den begleitenden Events viele Highlights dabei. Paula Rego ist 87-jährig endlich für ein größeres Publikum entdeckt worden, für sie leider zu spät. Die monumentale, mit ungewöhnlichen Materialien arbeitende Textilkunst des noch recht jungen und queeren Südafrikaners Adams reizt zum genauen Hinschauen. Genauso faszinierend sind die riesigen Papierskulpturen des Südkoreaners Chun und der Palazzo ist ein Augenschmaus obendrauf.

Die drei hier beschriebenen Künstler*innen lohnen sich absolut!

Feministisch, queer und traditionell – Highlights der Venedig Biennale Teil 2

Was kann Kunst? Lion Feuchtwangers Roman ‘Erfolg’

von Ruth Fühner • am

Was kann Kunst – Dieser Satz steht über Brittas Blog – und Lion Feuchtwangers in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstandener Roman „Erfolg“ gibt darauf eine doppelte Antwort.  Zum einen erzählt er von einem Justizskandal, ausgelöst durch die provokanten… Weiterlesen

Barbara Kruger in Berlin und Venedig

von britta kadolsky • am

Barbara Kruger in Berlin und Venedig Seit ihrem ikonischen Werk von 1987 I shop therefore I am finde ich die Kunst von Barbara Kruger großartig. Ihre Erkennungsmerkmale sind die Farben: Schwarz, weiß und rot sowie die riesigen Schriftzüge. Immer ist Text ein… Weiterlesen

Neue Kunst in alten Gemäuern

von Ruth Fühner • am

Spuren der Geschichte Wie Britta treibt auch mich die Frage um, was der Reiz ist an der in den letzten Jahrzehnten aufgekommenen Mode, ehemals anders genutzte Räume (Schlösser, Zechen, Bunker) für Gegenwartskunst zu nutzen. Ein Grund liegt auf der Hand:… Weiterlesen

Berlin: Zeitgenössische Kunst im Boros Bunker

von Britta Kadolsky • am

Die Geschichte des Boros Bunkers in Berlin Zwangsarbeiter der Nationalsozialisten errichteten den betongrauen Luftschutzbunker in der Mitte Berlins für bis zu 4.000 Menschen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er sehr unterschiedlich genutzt. Zuerst diente er als Kriegsgefängnis der… Weiterlesen

Meine Highlights auf der Biennale in Venedig 2022

von britta kadolsky • am

Die vier Länderpavillons, die mich am meisten begeistert haben Von Deutschland aus schauen wir gewohnt und – typisch für uns – besonders kritisch auf den Deutschen Pavillon, der in dieser Biennale, wenn auch nicht preisgekrönt, so doch sehr eindrucksvoll von… Weiterlesen

Der Deutsche Pavillon in Venedig

von britta kadolsky • am

Auf der 59. Biennale in Venedig beschäftigt sich der Deutsche Pavillon wieder einmal mit sich selbst. Irgendwie gehört das ja zum Pflichtprogramm der deutschen Künstler*innen bei der faschistischen Architekturgeschichte.  Maria Eichhorn habe ursprünglich geplant, den gesamten Pavillon abzutragen und woanders wieder aufzubauen…. Weiterlesen

Kunst in Frankfurts neuem Hochhaus

von britta kadolsky • am

Kostenlos Kunst in Frankfurt genießen – Chiharu Shiota im WINX Tower Fasziniert lege ich meinen Kopf in den Nacken und schaue auf die vier roten Boote, die in luftiger Höhe des Foyers im WINX Tower schweben. Die mit roten Fäden… Weiterlesen

Papierkunst in Berlin

von britta kadolsky • am

Kunst aus Papier im Haus des Papiers in Berlin Ein (noch) ziemlich geheimer Kunst-Tipp ist das Haus des Papiers in Berlin Mitte. Gegründet wurde es im Jahr 2021 von den Unternehmerinnen Ulrike Vohrer und Annette Berr. Das Museum ist ganz der… Weiterlesen

Die Kunst-Biennale Venedig ist wieder da

von britta kadolsky • am

In 2 Wochen ist es endlich wieder so weit. Am 23. April 2022 beginnt die 59. Kunst-Biennale von Venedig. Eigentlich für letztes Jahr geplant, musste das ‚Weltfestival der Kunst‘, wie es das art-Magazin nennt, die Veranstaltung verschieben – aus hinlänglich… Weiterlesen

Kostenlos Kunst in Berlin genießen

von britta kadolsky • am

Schweizer Botschaft, Galerie König, Galerie Sprüth Magers Kostenlos Kunst in Berlin genießen: In Berlins Mitte, direkt neben dem Bundeskanzlerinnenamt, der “Waschmaschine”, inmitten der spröden Betonarchitektur von Diener & Diener, flattert Pipilotti Rists Werk ein Blatt im Wind. Seit 2001 fallen aus… Weiterlesen

Das Bild des Menschen

von Ruth Fühner • am

Gerade hat Britta ihren letzten Artikel über das Porträt eingestellt, da stoße ich zufällig bei einem Sevilla-Besuch auf eine Ausstellung, die genau daran anschließt. La Imagen Humana, Das Bild des Menschen heißt die Schau im Kulturforum der Caixa-Bank, die aus den reichen Beständen… Weiterlesen

10 Fakten über Porträts

von britta kadolsky • am

10 Fakten über Porträts 1. Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht. Wer kennt diesen Reim nicht?! Er verdeutlicht, wie wenig es braucht, um ein Gesicht darzustellen. Wir glauben in allem, was zwei Punkte und einen Strich hat,… Weiterlesen

Kunstspaziergang im Frankfurter Bankenviertel

von Ruth Fühner • am

Einen schön aufwendigen Wechselrahmen für Kunst leistet sich die DZ-Bank mit ihrem Art Foyer am Platz der Republik in Frankfurt. In dem strahlend weißen Gehäuse mit dem eindrucksvollen Treppenaufgang zeigt die Bank dreimal im Jahr Ausstellungen von KünstlerInnen, die sich mit dem… Weiterlesen

Darstellung der Zeit in der Kunst

von britta kadolsky • am

Darstellung der Zeit in der Kunst Die Zeit: Mal „verfliegt“ sie und mal kriechen sie dahin, die Sekunden und Minuten. Die Zeit kann grausam sein, wenn sie uns unsere Vergänglichkeit aufzeigt und auch gnädig, wenn sie „alle Wunden heilt“. Schon… Weiterlesen

Ausstellungstipp: Die Welt von Steve McCurry

von Saskia Wolf • am

von Saskia Wolf: Die Welt von Steve McCurry ist momentan in einigen Ausstellung in Europa zu sehen. Und was für eine Welt das ist – voller Dramen, Emotionen, Schicksalen, uralten Traditionen und Konflikten, aber auch voller Freude und Farben, Momente der… Weiterlesen

Kollektive erobern die Kunstwelt – ruangrupa

von britta kadolsky • am

Künstler*innenkollektive boomen gerade in der Kunstwelt. Hat das Ego des Künstlergenies langsam ausgedient? Warum gerade jetzt? Klar ist: die Gesellschaft befindet sich im Wandel. Egotrips werden zunehmend als überholt und unpassend empfunden. Teamwork steht, nicht nur in der wirtschaftlichen Arbeitswelt,… Weiterlesen

Ist das Kunst oder kann das weg? – Joseph Beuys zum 100. Geburtstag

von britta kadolsky • am

Kurz bevor das Jahr zu Ende geht, muss ich natürlich noch über Joseph Beuys sprechen. Wie hinlänglich bekannt, wäre dieses Jahr sein 100. Geburtstag gewesen. Posthum hat der Künstler daher unglaublich große Aufmerksamkeit bekommen: Über 20 Ausstellungen widmeten sich 2021… Weiterlesen

Die Neue Nationalgalerie in Berlin

von britta kadolsky • am

Ich bin in Berlin! Die neue Nationalgalerie steht ganz oben auf meiner Museumsliste. Jahrelang habe ich über den Bauzaun auf das ikonische Glas- und Stahlgebäude der Neuen Nationalgalerie geäugt. Nun ist das Museum der Moderne, nach sechseinhalb Jahren radikaler Sanierung… Weiterlesen

Kunst in und vor Frankfurter Bankfoyers

von Ruth Fühner • am

Viele Frankfurter Kunst-Schätze strahlen im Verborgenen. Es sind die Sammlungen der Banken. Angelegt weniger in der Hoffnung auf bleibende als auf wachsende Werte, sollen sie das Image des seelenlos angehäuften Kapitals mit dem sanften Glanz des Feingeistigen überziehen. Einige von… Weiterlesen

Lucian Freud – Maler der Queen und der Nackten

von britta kadolsky • am

Heute möchte ich von einem meiner Lieblingsmaler berichten: Lucian Freud – Maler der Queen und der Nackten. Vor 10 Jahren ist der Enkel des Psychoanalytikers Sigmund Freud gestorben.  Neben einem kleinen Bild von der Queen, malte er auch Berühmtheiten wie Kate Moss, Jerry… Weiterlesen

Raffaels Engel sind überall

von britta kadolsky • am

Raffaels Engel sind überall. Die Geschichte des Renaissance-Gemäldes, die ich heute erzähle, begann vor 500 Jahren und erlebt seit etwa 50 Jahren selbst eine unglaubliche Renaissance. Der Fairness halber sollte ich noch ergänzen, dass die neuerliche popkulturelle Aufmerksamkeit sich lediglich… Weiterlesen

Kunst unter der Erde – der Louvre des RMV in Frankfurt

von Ruth Fühner • am

Was Paris recht ist, ist Frankfurt billig. Die Glaspyramiden am Messeturm sind, na ja, fast so schön wie ihre Schwestern im Innenhof des Grand Louvre. Immerhin, in eine Art Museum geht es hier auch. Eins, das es zumindest an Ausdehnung… Weiterlesen

Sticken ist das neue Malen – Contemporary Embroidery

von britta kadolsky • am

Eine Freundin hat mich zum Sticken gebracht. Ich hatte diese wunderbare Betätigung bis dahin noch immer in die verstaubte, biedere Ecke der Muttis und Omis am heimischen Herd gepackt. Auch weil das Sticken weiblich konnotiert ist. Sticken transportierte jahrhundertelang weibliche… Weiterlesen

Forma Viva – lebendige Form am Südende Istriens

von Ruth Fühner • am

Schon zu Titos Zeiten hatte das istrische Küstenstädtchen Portorož etwas von seiner eleganten Weltläufigkeit bewahren können – und das gilt nicht zuletzt in Sachen Kunst.  1961 fand hier, auf der grünen Halbinsel Seca, erstmals die Bildhauerbiennale Forma Viva statt. Seither… Weiterlesen

Alpinkunst am Großglockner

von Ruth Fühner • am

Kunst-Ausstellung Alpenliebe in Österreich. Auf dem Weg nach Italien ist die Großglockner-Hochalpenstraße eine der spektakulärsten Strecken – selbst wenn, wie bei unserer Fahrt, das Wetter so schlecht ist, dass der größte Gletscher Österreichs, die immer mehr schmelzende Pasterze, vom Nebel… Weiterlesen

17. Architekturbiennale in Venedig – Wie werden wir zusammen leben?

von britta kadolsky • am

How will we live together? Wie werden wir zusammen leben? Das ist das spannende Motto der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig. Das Zusammenleben in der Zukunft ist eine Riesen-Herausforderung: Soziale Ungerechtigkeiten, Nachhaltigkeit, Solidarität, Klimawandel, Migration, Rassismus, politische Polarisierungen … große Probleme… Weiterlesen

Draußen Kunst genießen – weibliche Skulpturen in Frankfurts Wallanlagen

von britta kadolsky • am

Die Museen sind immer noch im Lockdown. Nach Monaten des Verzichts auf Kunst und Kultur ist die Sehnsucht groß. Zeit, sich die Kunst draußen anzuschauen!
Kunst im öffentlichen Raum heißt das Stichwort! In Frankfurts Wallanlagen, einem grünen Parkstreifen um die Innenstadt, stehen dutzende Skulpturen. 5 davon habe ich genauer betrachtet. Alle weiblich, alle nackt. Warum?… Weiterlesen

Die schießende Feministin: Niki de Saint Phalle

von britta kadolsky • am

Schießkunst – Feministin – Künstlerin: Ein Schuss knallt und kurz darauf läuft rote Farbe über den Körper. Ein zweiter Schuss ertönt, auch er hat getroffen: gelbe Farbe quillt aus der Wunde. Niki de Saint Phalle schießt auf ihr Kunstwerk La mort… Weiterlesen

Wie die Moderne nach Berlin kam – Mariam Kühnel-Hussainis Roman ‘Tschudi’

von Ruth Fühner • am

Tschudi in Berlin Stellen Sie sich für einen Augenblick das großbürgerlich-kaiserliche Berlin um 1900 vor. Den Kurfürstendamm, das Westend, den Boulevard Unter den Linden. Den Rausch von Gründerzeitarchitektur, die hemmungslos Türmchen und Erker, Karyatiden und anderen Klingeling-Zierrat aufeinanderhäuft. Hinter den… Weiterlesen

Überraschung: Max Beckmann ist auch Bildhauer!

von britta kadolsky • am

Max Beckmann in Frankfurt – eine Ausstellung im Städel Die Museen haben auf. Ich besuche das Städel, bevor nach ein paar Tagen alles wieder schließen muss. Die Beckmann Ausstellung im Städel ist klein, aber fein. Der Fokus liegt auf Beckmanns Jahren in… Weiterlesen

Jeremy Shaw im Frankfurter Kunstverein

von britta kadolsky • am

Hurra – die Museen sind wieder auf Als erster unterrichtet mich der Frankfurter Kunstverein per E-Mail über die Öffnung. Jeremy Shaw wird im Frankfurter Kunstverein gezeigt. Ich verliere keine Zeit und reserviere direkt Tickets: Eine riesige Leinwand erwartet uns bereits im Eingangsbereich:… Weiterlesen

Online-Führung durch die Städel-Highlights

von britta kadolsky • am

Städel Sammlung: Die Highlights  „Museum für zu Hause – Live“ nennt das Museum seine Reihe der Online-Formate. Freudig nehme ich die Online-Führung über die Städel Highlights wahr.Ein Highlight ist die Online-Führung gleich aus mehreren Gründen:   Endlich kann ich mal wieder ein Museum ‚besuchen‘… Weiterlesen

Alfred von Meysenbug

von britta kadolsky • am

Comic-Autor, Maler, Illustrator und Plattencover-Gestalter von Udo Lindenberg Alfred von Meysenbug, einigen bekannt durch seine Comic-Bücher und die Illustration von Udo Lindenbergs Plattencovern, ist vor einem Jahr am 19. Februar gestorben. Meyse, wie er von seinen Freunden liebevoll genannt wurde, hieß… Weiterlesen

Online-Führung durch die Balkenhol Ausstellung

von britta kadolsky • am

Was für ein wunderbares Angebot in Anbetracht der pandemiebedingten Schließung: Eine Online Führung durch die Ausstellung von Stephan Balkenhol im Duisburger Lehmbruck Museum.Die monumentalen bemalten Holzskulpturen des Bildhauers sind vielerorts im öffentlichen Raum zu bewundern. Fast in jeder großen Stadt… Weiterlesen

Das Blaue vom Himmel

von Ruth Fühner • am

Lapis, Indigo und Waid – die Geheimnisse der Farbe Blau.  Keine Spur von Blau, auf diesem Bild der National Gallery in London. Es ist, da sind sich die Experten weitgehend einig, wohl ein echter Michelangelo – wenn auch nicht gerade einer… Weiterlesen

Die Liaison von Kunst und Werbung

von britta kadolsky • am

Was haben Kunst und Mode gemeinsam? Momentan, in der Pandemie: Museen, Modehäuser und Boutiquen haben geschlossen.Aber es gibt noch andere Zusammenhänge . . . Einer der bekanntesten liegenden Frauenakte der Kunstgeschichte ist Manets Olympia; 1865 löste das Bild bei der… Weiterlesen

Stilbruch auf Leinwand: Gerhard Richter

von Ruth Fühner • am

Eine nackte Frau mit blonder Bienenkorbfrisur schreitet eine Treppe herab. Frontalansicht, leicht unscharf. Die Farben: wie auf einem der ersten Farbfotos, ausgeblichen, die Treppe grünlich. Ema, 1966. 2 Meter mal einsdreißig.  Graue Rechtecke. Monochrom. Die Farbe mal mit grobem Pinsel gleichmäßig… Weiterlesen

Spektakuläre Museumsbauten: Teil 2

von britta kadolsky • am

Museumsarchitektur in ehemaligen Industriebauten  Im 1. Teil habe ich bereits die Frage gestellt: Welche Chance hat die Kunst neben der bombastischen Museumsarchitektur von heute? Dazu habe ich spektakuläre architektonische Meisterleistungen gezeigt, die eigens für die Präsentation von Kunst gebaut wurden. … Weiterlesen

Spektakuläre Museumsbauten: Teil 1

von britta kadolsky • am

Bei meinen Besuchen in den diversen Museen für moderne und zeitgenössische Kunst fällt mir immer wieder auf, wie beeindruckend Museumsarchitektur sein kann.  Ich denke hierbei an Bauten wie  das zylindrisch geformte Guggenheim Museum in New York das technisch-futuristisch anmutende Centre Pompidou in… Weiterlesen

Kunst im Berliner Technoclub Berghain: Teil 2

von britta kadolsky • am

Teil 2/2: Studio Berlin – Panoramabar, Schlackekeller,große Halle. Der 2. Teil meines Artikels über die großartige Ausstellung im Technoclub (Hier gehts zum 1. Teil). Dort habe ich über die Ausstellung im Main Dancefloor, der Klobar und die Toiletten berichtet.  Für… Weiterlesen

Berlin: Kunst im legendären Technoclub Berghain

von britta kadolsky • am

Teil 1/2: Studio Berlin – Main Dancefloor, Klobar, Unisex Toiletten.  Eine Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst in einem der coolsten Clubs Deutschlands: das passt zusammen! Wie allgemein bekannt und x-mal erwähnt: die Clubszene liegt seit Corona brach und die Clubs kämpfen… Weiterlesen

Wo Banane drauf ist, ist Kunst drin!

von britta kadolsky • am

Die Banane ziert Eingänge zur Kunst Alle, die sich für Kunst interessieren haben die knallgelbe Spray-Banane sicherlich schon mal an einer Häuserwand gesehen. Die Banane sieht aus wie aus einem Comic entsprungen. Die sehr einfache Form in Gelb mit den wenigen schwarzen… Weiterlesen

Intensives Blau – das Markenzeichen von Yves Klein

von britta kadolsky • am

“Blue has no dimension it is beyond dimensions.” Yves Klein Intensives Blau – das Markenzeichen von Yves Klein Endlich war ich, nach der Corona-bedingten Schließung, mal wieder im Städel. Die Gegenwartskunst im unterirdischen Erweiterungsbau, den Gartenhallen, ist ganz neu gehängt worden…. Weiterlesen

Ist das Kunst oder kann das weg?

von britta kadolsky • am

Die alte Diskussion… Von wem stammt eigentlich dieses Zitat? Es wird mittlerweile recht häufig benutzt, insbesondere um auszudrücken, dass man das jeweilige Kunstwerk nicht als ein solches anerkennen will. Ich möchte in diesem Artikel der Herkunft auf den Grund gehen und… Weiterlesen