Feuerle Collection in Berlin

britta kadolsky

Ich liebe ja die Kombination aus Kunst-Ausstellung und außergewöhnlicher Ausstellungslocation. Auch deswegen stand die Feuerle Collection in Berlin Kreuzberg schon lange ganz oben auf meiner Liste.

bunker Feuerle Collection in Berlin
Bunker in Berlin Kreuzberg, Feuerle Collection


Der ehemalige Telekommunikationsbunker sollte im Zweiten Weltkrieg die Anlagen des Fernmeldenetzes der Deutschen Reichsbahn schützen. Der schlichte, langgestreckte obere Teil des grauen Bunkers am Halleschen Ufers wirkt von außen nicht spektakulär. Das Erd- und das Untergeschoss besteht jeweils aus riesigen freien Flächen, die nicht in einzelne Räume aufgeteilt sind: Über 6.500 Quadratmeter! 

Wie bei den anderen Privatsammlungen auch, muss ich eine Führung buchen, um mir die Pracht von innen anzuschauen. 

Feuerle Collection in Berlin, Bunker in Berlin, warten vor der Betonmauer, Britta Kadolsky
Warten auf Einlass vor dem Eingang der Feuerle Collection, Berlin

Der Bunker 

Erst zwei Minuten vor unserem Termin, wird die schwere Eisentür geöffnet. Die Kunstvermittlerin gibt uns Erläuterungen zum Bunker, zur Kunst und den Exponaten. Dann bekommen wir erklärt, dass wir die Kunst in kompletter Stille anschauen werden und sie ihre Informationen deshalb alle am Anfang weitergibt. Auf den beiden Stockwerken gibt es keine Hinweisschilder zu den ausgestellten Werken. Nichts soll ablenken vom Genuss der Sinne. Wir werden aufgefordert, während der gesamten Besichtigung zu schweigen. 

Feuerle Collection in Berlin, Desire Feuerle im Bunker, Ausstellung asiatische antike und zeitgenössische Fotokunst, Bunker
Désiré Feuerle im Bunker der Feuerle Collection, Foto: Feuerle Collection

Es ist dunkel

Wir beginnen im Untergeschoss. Zur Einstimmung müssen wir uns in den sogenannten ‚Sound Room‘ begeben. Hier ist es stockdunkel. In dieser totalen Finsternis lauschen wir den Klängen des Musikstückes Music for Piano #20 von John Cage. Der US-amerikanische Künstler und Komponist John Cage (1912-1992) war einer der herausragenden Vertreter der sogenannten Neuen Musik. Berühmt wurde sein Stück 4 33, in dem vermeintlich viereinhalb Minuten kein einziges Musikinstrument zu hören ist. Allerdings nimmt man nicht die totale Lautlosigkeit wahr, sondern alle möglichen Umgebungsgeräusche, die während einer Performance entstehen.
Im ‚Sound Room‘ hören wir jedoch ungefähr 5 Minuten lang ein Stück experimenteller Musik, recht melodisch sogar. Ich stehe anfangs unsicher, dann immer entspannter im schwarzen Raum, sehe nichts und lausche: Eine gelungene Einstimmung! 

Es öffnet sich eine Tür. Das schummerige Licht des Areals im Untergeschoss lässt mich die riesigen Dimensionen erst langsam erkennen: Alle paar Meter stehen massive rechteckige Betonsäulen, die diesen Raum strukturieren. Auf der linken Seite befindet sich ein See. Ja, ein unterirdischer See. Riesige Glasscheiben trennen den ‚Lake Room‘ ab, und es ist schwierig, die genaue Größe des Wasserbeckens zu erkennen. Das kaum vorhandene Licht trägt sein Übriges dazu bei, die Sinne zu verwirren. Zusätzlich sind Spiegel angebracht – oder ist es nur die ruhige Wasseroberfläche, die spiegelt? Es hat jedenfalls etwas sehr Erhabenes, auf dieses unterirdische Wasser zu schauen.

Asiatische antike Möbel und Skulpturen und zeitgenössische Fotos

asiatische Skulptur, Gottheit, Bronze
Ähnliche Skulptur wie in der Feuerle Collection: Brahma Standing on an turtle, 9. Jahrhundert, Bronze, Sri Lanka, Metropolitan Museum of Art, CC0 1.0

Mitten im Raum stehen Skulpturen der kambodschanischen Khmer aus dem 7. bis zum 13. Jahrhundert. Sie sind aus Stein, Bronze oder Holz und auf schwarzen Sockeln angebracht. Auf Podesten stehen antike kaiserlich-chinesische Lack- und Steinmöbel. Alle Exponate sind sehr großzügig in dem riesigen Areal verteilt. Jedes Ausstellungsstück wird mit einem Spot gezielt angestrahlt. Sonst erhellt kein Licht die Fläche. 

Feuerle Collection in Berlin, antiker chinesischer Tisch, asiatische antike Möbel,
antikes asiatisches Möbel in der Feuerle Collection, Foto: Feuerle Collection


An den Wänden hängen schwarz-weiß Fotografien: Zeitgenössische Kunst von Nobuyoshi Araki, einem der bedeutendsten Fotografen Japans, und Adam Fuss, einem britischen Fotografen. Die Kombination der antiken asiatischen Möbel und Skulpturen mit zeitgenössischer Fotografie ist überraschend und ungewöhnlich.

Die Fotos von Adam Fuss gefallen mir besonders gut. Hellgraue Wolken – oder ist es Rauch oder Qualm? – heben sich vor einem dunkelgrauen Hintergrund ab. Das Bild heißt: From the Series ‚my ghost‘. Ist es ein Geist? Ein weiteres Foto zeigt eine Matratze – ja, tatsächlich nur die obere Seite einer Matratze. Das gleichmäßige Rautenmuster der typischen Steppung ist einfach schön anzuschauen. Das Motiv glänzt silbrig. Ich bin mir nicht sicher, ob es an der Beleuchtung oder am Foto selbst liegt, aber ich bleibe lange davor stehen.

Adam Fuss, schwarzweiß Foto, Qualm, Rauch, Feuerle Collection in Berlin
Adam Fuss, From the Series ‚my ghost‘, Feuerle Collection, Berlin, Foto: Webseite Feuerle Collection

Auch weil ich die Bilder von Nobuyoshi Araki verstörend finde. Sie zeigen Frauen in unnatürlichen Positionen: Halbnackt oder nackt sind sie entweder in unschön verrenkten Haltungen gefesselt und strecken mir den Po entgegen oder hängen kopfüber von der Decke. Auf manchen Fotos räkeln sich sehr junge Frauen, die als Schulmädchen inszeniert sind und schüchtern von unten zur Kamera hoch lächeln. Die Fotos sollen erotisch sein, spielen aber auch mit einer Faszination an menschlichen Abgründen. Mir sind die Abbildungen zu explizit und außerdem frauenverachtend.

Björk Cover LP, Albumcover Björk, Porträt Frau, blaues Foto, Nobuyoshi Araki
Björk, Album Telegram, Foto: Brett Jordan, CC BY 2.0

Fun fact: Die isländische Sängerin Björk ist ein solch großer Fan von Araki, dass sie ihm irgendwann Modell stand. Außerdem hat er die Fotos für eines ihrer Alben gemacht. Und: bei der Recherche nach geeignetem Bildmaterial (mit Benutzungsrecht) stoße ich auf Lady Gaga, die sich auch von Araki hat in Szene setzen lassen.

Lady Gaga, Frau gefesselt, erotische Fotos, Lackanzug, Fotos von Nobuyoshi Araki
Araki, Lady Gaga, Foto: Hector Garcia, CC BY-NC-SA 2.0

Anish Kapoor an der Betonwand


Am anderen Ende des riesigen Raumes angelangt, glänzt ein riesiges, rundes Spiegelobjekt. Die Wandskulptur aus poliertem Stahl ist von Anish Kapoor. Ich schaue hinein und sehe mich auf den Kopf gespiegelt. Anish Kapoor, der indisch-britische Bildhauer, gehört zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Künstlern und gewann bereits den renommierten Turner Prize für zeitgenössische Kunst, der von der Tate in London verliehen wird. Seine riesigen Skulpturen stehen in einigen Großstädten dieser Welt. 

Anish Kapos, Cloud, Chicago, riesige Skulptur im öffentlichen Raum, Spiegelobjekt, Ufo vor Hochhäusern
Anish Kapoor, Cloud Gate, Chicago

Nach ungefähr 20 Minuten werden wir mit Handzeichen aufgefordert, langsam als Gruppe die Treppe zum Obergeschoss hochzugehen. Schade, ich wäre gerne noch länger hier unten geblieben. 

Im Obergeschoss

Im Obergeschoss sind weitere antike asiatische Möbel und zeitgenössische Fotografien zu sehen. Fast bin ich enttäuscht, dass es nicht neue ungeheuerliche Zusammenstellungen gibt. Erneut schaue ich mir ein Foto von Araki an, auf dem sich eine Frau die Vulva und den Anus mit den Händen aufreißt, um den Betrachter*innen mehr von sich zu zeigen. Glücklicherweise steht davor ein antiker Stuhl auf einem Podest und verhindert ein allzu nahes Herangehen an das Bild.

Eine weitere Fotografie an einer Säule ordnet mein Geist automatisch erneut als pornografisch ein, als ich entdecke, dass es sich um einen aufgeschnittenen Apfel handelt. Die rundliche Form des Apfels mit dem dunklen Gehäuse in seiner Mitte erinnert mich sofort an die Frauenkörperteile, die Araki immer so explizit ablichtet. Reingefallen, dachte ich – aber Arakis Foto hat es auch darauf angelegt, da bin ich mir sicher. Erst bei der Recherche zu diesem Artikel komme ich darauf, dass bei diesem Foto auch der Japaner auf den Auslöser gedrückt hat.

Feuerle Collection in Berlin, Foto, Erotik, Apfelhälfte, Schwarzweiß Foto
Nabuyoshi Araki, Apfel, Foto

Am Ende des Rundganges gehen wir in den sogenannten ‚Silk Room‘, der mit riesigen Seidenvorhängen von der übrigen Fläche abgetrennt ist. Kleinteilige Exponate aus Keramik sind auf einzelnen Sockeln in Vitrinen angeordnet. Die Arbeiten des britischen Künstlers Edmund de Waal sind irgendwie schön anzuschauen, aber ich kann gerade nicht so viel mit ihnen anfangen. Und dann ist auch schon alles vorbei. Keine Stunde hat die Führung gedauert und doch waren die Eindrücke so immens.

Fazit

Désiré Feuerle, der hinter der außergewöhnlichen Sammlung steckt, hat eine ganz besondere Aura in den Bunker gezaubert. Sowohl der ‚Lake Room‘ als auch die Einstimmung im ‚Sound Room‘ haben mich inspiriert. Der Gegensatz – oft wird es Dialog genannt, ich empfinde das hier aber gar nicht so – zwischen der Fotografie und den antiken Möbeln lässt die Jahrhunderte spüren, die dazwischen liegen. Der Gegensatz zwischen dem Minimalismus der Architektur und den üppigen Fotos und üppig verzierten Gottheiten der Khmer sowie den ausgeschmückten Details der chinesischen Möbel ist echt krass. Tradition und Moderne so nah beieinander, umfangen vom Dämmerlicht im Bunker – ein furioses Erlebnis auf das ich mich gerne eingelassen habe.

Feuerle Collection in Berlin, Mann vor Spiegel, Anish Kapoor, Spiegelobjekt, Skulptur
Désiré Feuerle vor Anish Kapoors Spiegelskulptur im Bunker, Foto: Feuerle Collection

Feuerle Collection in Berlin – britta kadolsky

Jüdisches Museum Frankfurt – Samson Schames

von britta kadolsky • am

Eine Kabinettausstellung im Jüdischen Museum Frankfurt würdigt Samson Schames  Von Samson Schames erfuhr ich zuerst durch eine Nachbarin. Sie war befreundet mit Schames’ Witwe Edith, die meiner Nachbarin Bilder ihres verstorbenen Mannes vermacht hatte. Ich fühlte mich sowohl von den… Weiterlesen

Musée d’Orsay – ein radikal subjektiver Rundgang

von Ruth Fühner • am

Eigentlich ist das Pariser Musée d’Orsay, das „Museum des 19. Jahrhunderts“, eine einzige Überforderung – voll, unübersichtlich, mit einer Innenarchitektur, die an monströse mesopotamische Prozessionsstraßen erinnert.  Hier kann man sich natürlich an den Berühmtheiten entlanghangeln, an Monet und Manet, an… Weiterlesen

Ai Weiwei in Venedig

von britta kadolsky • am

Der monumentale, schwarze Kronleuchter aus Muranoglas Die Biennale in Venedig 2022 hat eben die Pforten geschlossen und auch die sogenannten Collaterali – die zusätzlichen Ausstellungen, die parallel zur Biennale laufen – sind nun vorbei. Kurz vorher hatte ich noch die… Weiterlesen

Sammlung Hoffmann in Berlin – nur noch kurze Zeit

von britta kadolsky • am

Die Privatsammlung Hoffmann in Berlin ist in einer ehemaligen Nähmaschinen-Fabrik in den Sophie-Gips-Höfen untergebracht. Im 3. und 4. Stockwerk des alten Backsteingebäudes befinden sich auf 1.500 Quadratmeter sowohl die umfangreiche Sammlung aus Kunst und Designermöbel als auch das großzügige Wohnloft… Weiterlesen

JR – der französische Streetart-Künstler

von britta kadolsky • am

Eine Ausstellung des Ausnahme-Künstlers in der Münchener Kunsthalle Angefangen hat alles mit heimlichen Nacht-und-Nebel-Aktionen. In den Banlieues von Paris sprayt JR, noch Teenager, seine Graffiti an die Häuserfronten – illegal. Das war in den 90er Jahren.  Nachdem er in der… Weiterlesen

Die Bundesbank zeigt ihre Kunst in Frankfurt 

von britta kadolsky • am

Ortswechsel – die neue Ausstellung im Museum Giersch Das knallige Rot beleuchtet den Raum und wirkt fast magisch, der weiße Fleck in der Mitte des Bildes verstärkt diesen Effekt noch. Ich stehe vor Fred Thielers Rot 65 von 1965 im ersten Raum der… Weiterlesen

documenta fifteen in Kassel

von britta kadolsky • am

Die documenta fifteen in Kassel Noch knapp 3 Wochen läuft sie, die documenta fifteen, die wohl weltweit bedeutendste Kunstschau für zeitgenössische Kunst. Ich habe es endlich geschafft, nach Kassel zu reisen. Meine Erwartungen waren ehrlich gesagt nicht besonders hoch, umso… Weiterlesen

Rainer Fetting: Willy Brandt und die Berliner Mauer

von britta kadolsky • am

Die Bronzeskulptur Willy Brandt von Rainer Fetting Jeder kennt sie, zumindest aus dem Fernsehen: Die massive Bronze-Skulptur Willy Brandt ist von Rainer Fetting, der auch für seine Berliner Mauer Bilder bekannt ist. Die Skulptur steht in der Berliner Parteizentrale der… Weiterlesen

Was kann Kunst? Lion Feuchtwangers Roman ‘Erfolg’

von Ruth Fühner • am

Was kann Kunst – Dieser Satz steht über Brittas Blog – und Lion Feuchtwangers in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstandener Roman „Erfolg“ gibt darauf eine doppelte Antwort.  Zum einen erzählt er von einem Justizskandal, ausgelöst durch die provokanten… Weiterlesen

Barbara Kruger in Berlin und Venedig

von britta kadolsky • am

Barbara Kruger in Berlin und Venedig Seit ihrem ikonischen Werk von 1987 I shop therefore I am finde ich die Kunst von Barbara Kruger großartig. Ihre Erkennungsmerkmale sind die Farben: Schwarz, weiß und rot sowie die riesigen Schriftzüge. Immer ist Text ein… Weiterlesen

Neue Kunst in alten Gemäuern

von Ruth Fühner • am

Spuren der Geschichte Wie Britta treibt auch mich die Frage um, was der Reiz ist an der in den letzten Jahrzehnten aufgekommenen Mode, ehemals anders genutzte Räume (Schlösser, Zechen, Bunker) für Gegenwartskunst zu nutzen. Ein Grund liegt auf der Hand:… Weiterlesen

Berlin: Zeitgenössische Kunst im Boros Bunker

von britta kadolsky • am

Die Geschichte des Boros Bunkers in Berlin Zwangsarbeiter der Nationalsozialisten errichteten den betongrauen Luftschutzbunker in der Mitte Berlins für bis zu 4.000 Menschen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er sehr unterschiedlich genutzt. Zuerst diente er als Kriegsgefängnis der… Weiterlesen

Meine Highlights auf der Biennale in Venedig 2022

von britta kadolsky • am

Die vier Länderpavillons, die mich am meisten begeistert haben Von Deutschland aus schauen wir gewohnt und – typisch für uns – besonders kritisch auf den Deutschen Pavillon, der in dieser Biennale, wenn auch nicht preisgekrönt, so doch sehr eindrucksvoll von… Weiterlesen

Der Deutsche Pavillon in Venedig

von britta kadolsky • am

Auf der 59. Biennale in Venedig beschäftigt sich der Deutsche Pavillon wieder einmal mit sich selbst. Irgendwie gehört das ja zum Pflichtprogramm der deutschen Künstler*innen bei der faschistischen Architekturgeschichte.  Maria Eichhorn habe ursprünglich geplant, den gesamten Pavillon abzutragen und woanders wieder aufzubauen…. Weiterlesen

Kunst in Frankfurts neuem Hochhaus

von britta kadolsky • am

Kostenlos Kunst in Frankfurt genießen – Chiharu Shiota im WINX Tower Fasziniert lege ich meinen Kopf in den Nacken und schaue auf die vier roten Boote, die in luftiger Höhe des Foyers im WINX Tower schweben. Die mit roten Fäden… Weiterlesen

Papierkunst in Berlin

von britta kadolsky • am

Kunst aus Papier im Haus des Papiers in Berlin Ein (noch) ziemlich geheimer Kunst-Tipp ist das Haus des Papiers in Berlin Mitte. Gegründet wurde es im Jahr 2021 von den Unternehmerinnen Ulrike Vohrer und Annette Berr. Das Museum ist ganz der… Weiterlesen

Die Kunst-Biennale Venedig ist wieder da

von britta kadolsky • am

In 2 Wochen ist es endlich wieder so weit. Am 23. April 2022 beginnt die 59. Kunst-Biennale von Venedig. Eigentlich für letztes Jahr geplant, musste das ‚Weltfestival der Kunst‘, wie es das art-Magazin nennt, die Veranstaltung verschieben – aus hinlänglich… Weiterlesen

Kostenlos Kunst in Berlin genießen

von britta kadolsky • am

Schweizer Botschaft, Galerie König, Galerie Sprüth Magers Kostenlos Kunst in Berlin genießen: In Berlins Mitte, direkt neben dem Bundeskanzlerinnenamt, der “Waschmaschine”, inmitten der spröden Betonarchitektur von Diener & Diener, flattert Pipilotti Rists Werk ein Blatt im Wind. Seit 2001 fallen aus… Weiterlesen

Das Bild des Menschen

von Ruth Fühner • am

Gerade hat Britta ihren letzten Artikel über das Porträt eingestellt, da stoße ich zufällig bei einem Sevilla-Besuch auf eine Ausstellung, die genau daran anschließt. La Imagen Humana, Das Bild des Menschen heißt die Schau im Kulturforum der Caixa-Bank, die aus den reichen Beständen… Weiterlesen

10 Fakten über Porträts

von britta kadolsky • am

10 Fakten über Porträts 1. Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht. Wer kennt diesen Reim nicht?! Er verdeutlicht, wie wenig es braucht, um ein Gesicht darzustellen. Wir glauben in allem, was zwei Punkte und einen Strich hat,… Weiterlesen

Kunstspaziergang im Frankfurter Bankenviertel

von Ruth Fühner • am

Einen schön aufwendigen Wechselrahmen für Kunst leistet sich die DZ-Bank mit ihrem Art Foyer am Platz der Republik in Frankfurt. In dem strahlend weißen Gehäuse mit dem eindrucksvollen Treppenaufgang zeigt die Bank dreimal im Jahr Ausstellungen von KünstlerInnen, die sich mit dem… Weiterlesen

Darstellung der Zeit in der Kunst

von britta kadolsky • am

Darstellung der Zeit in der Kunst Die Zeit: Mal „verfliegt“ sie und mal kriechen sie dahin, die Sekunden und Minuten. Die Zeit kann grausam sein, wenn sie uns unsere Vergänglichkeit aufzeigt und auch gnädig, wenn sie „alle Wunden heilt“. Schon… Weiterlesen

Ausstellungstipp: Die Welt von Steve McCurry

von Saskia Wolf • am

von Saskia Wolf: Die Welt von Steve McCurry ist momentan in einigen Ausstellung in Europa zu sehen. Und was für eine Welt das ist – voller Dramen, Emotionen, Schicksalen, uralten Traditionen und Konflikten, aber auch voller Freude und Farben, Momente der… Weiterlesen

Kollektive erobern die Kunstwelt – ruangrupa

von britta kadolsky • am

Künstler*innenkollektive boomen gerade in der Kunstwelt. Hat das Ego des Künstlergenies langsam ausgedient? Warum gerade jetzt? Klar ist: die Gesellschaft befindet sich im Wandel. Egotrips werden zunehmend als überholt und unpassend empfunden. Teamwork steht, nicht nur in der wirtschaftlichen Arbeitswelt,… Weiterlesen

Ist das Kunst oder kann das weg? – Joseph Beuys zum 100. Geburtstag

von britta kadolsky • am

Kurz bevor das Jahr zu Ende geht, muss ich natürlich noch über Joseph Beuys sprechen. Wie hinlänglich bekannt, wäre dieses Jahr sein 100. Geburtstag gewesen. Posthum hat der Künstler daher unglaublich große Aufmerksamkeit bekommen: Über 20 Ausstellungen widmeten sich 2021… Weiterlesen

Die Neue Nationalgalerie in Berlin

von britta kadolsky • am

Ich bin in Berlin! Die neue Nationalgalerie steht ganz oben auf meiner Museumsliste. Jahrelang habe ich über den Bauzaun auf das ikonische Glas- und Stahlgebäude der Neuen Nationalgalerie geäugt. Nun ist das Museum der Moderne, nach sechseinhalb Jahren radikaler Sanierung… Weiterlesen

Kunst in und vor Frankfurter Bankfoyers

von Ruth Fühner • am

Viele Frankfurter Kunst-Schätze strahlen im Verborgenen. Es sind die Sammlungen der Banken. Angelegt weniger in der Hoffnung auf bleibende als auf wachsende Werte, sollen sie das Image des seelenlos angehäuften Kapitals mit dem sanften Glanz des Feingeistigen überziehen. Einige von… Weiterlesen

Lucian Freud – Maler der Queen und der Nackten

von britta kadolsky • am

Heute möchte ich von einem meiner Lieblingsmaler berichten: Lucian Freud – Maler der Queen und der Nackten. Vor 10 Jahren ist der Enkel des Psychoanalytikers Sigmund Freud gestorben.  Neben einem kleinen Bild von der Queen, malte er auch Berühmtheiten wie Kate Moss, Jerry… Weiterlesen

Raffaels Engel sind überall

von britta kadolsky • am

Raffaels Engel sind überall. Die Geschichte des Renaissance-Gemäldes, die ich heute erzähle, begann vor 500 Jahren und erlebt seit etwa 50 Jahren selbst eine unglaubliche Renaissance. Der Fairness halber sollte ich noch ergänzen, dass die neuerliche popkulturelle Aufmerksamkeit sich lediglich… Weiterlesen

Kunst unter der Erde – der Louvre des RMV in Frankfurt

von Ruth Fühner • am

Was Paris recht ist, ist Frankfurt billig. Die Glaspyramiden am Messeturm sind, na ja, fast so schön wie ihre Schwestern im Innenhof des Grand Louvre. Immerhin, in eine Art Museum geht es hier auch. Eins, das es zumindest an Ausdehnung… Weiterlesen

Sticken ist das neue Malen – Contemporary Embroidery

von britta kadolsky • am

Eine Freundin hat mich zum Sticken gebracht. Ich hatte diese wunderbare Betätigung bis dahin noch immer in die verstaubte, biedere Ecke der Muttis und Omis am heimischen Herd gepackt. Auch weil das Sticken weiblich konnotiert ist. Sticken transportierte jahrhundertelang weibliche… Weiterlesen

Forma Viva – lebendige Form am Südende Istriens

von Ruth Fühner • am

Schon zu Titos Zeiten hatte das istrische Küstenstädtchen Portorož etwas von seiner eleganten Weltläufigkeit bewahren können – und das gilt nicht zuletzt in Sachen Kunst.  1961 fand hier, auf der grünen Halbinsel Seca, erstmals die Bildhauerbiennale Forma Viva statt. Seither… Weiterlesen

Alpinkunst am Großglockner

von Ruth Fühner • am

Kunst-Ausstellung Alpenliebe in Österreich. Auf dem Weg nach Italien ist die Großglockner-Hochalpenstraße eine der spektakulärsten Strecken – selbst wenn, wie bei unserer Fahrt, das Wetter so schlecht ist, dass der größte Gletscher Österreichs, die immer mehr schmelzende Pasterze, vom Nebel… Weiterlesen

17. Architekturbiennale in Venedig – Wie werden wir zusammen leben?

von britta kadolsky • am

How will we live together? Wie werden wir zusammen leben? Das ist das spannende Motto der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig. Das Zusammenleben in der Zukunft ist eine Riesen-Herausforderung: Soziale Ungerechtigkeiten, Nachhaltigkeit, Solidarität, Klimawandel, Migration, Rassismus, politische Polarisierungen … große Probleme… Weiterlesen

Draußen Kunst genießen – weibliche Skulpturen in Frankfurts Wallanlagen

von britta kadolsky • am

Die Museen sind immer noch im Lockdown. Nach Monaten des Verzichts auf Kunst und Kultur ist die Sehnsucht groß. Zeit, sich die Kunst draußen anzuschauen!
Kunst im öffentlichen Raum heißt das Stichwort! In Frankfurts Wallanlagen, einem grünen Parkstreifen um die Innenstadt, stehen dutzende Skulpturen. 5 davon habe ich genauer betrachtet. Alle weiblich, alle nackt. Warum?… Weiterlesen

Die schießende Feministin: Niki de Saint Phalle

von britta kadolsky • am

Schießkunst – Feministin – Künstlerin: Ein Schuss knallt und kurz darauf läuft rote Farbe über den Körper. Ein zweiter Schuss ertönt, auch er hat getroffen: gelbe Farbe quillt aus der Wunde. Niki de Saint Phalle schießt auf ihr Kunstwerk La mort… Weiterlesen

Wie die Moderne nach Berlin kam – Mariam Kühnel-Hussainis Roman ‘Tschudi’

von Ruth Fühner • am

Tschudi in Berlin Stellen Sie sich für einen Augenblick das großbürgerlich-kaiserliche Berlin um 1900 vor. Den Kurfürstendamm, das Westend, den Boulevard Unter den Linden. Den Rausch von Gründerzeitarchitektur, die hemmungslos Türmchen und Erker, Karyatiden und anderen Klingeling-Zierrat aufeinanderhäuft. Hinter den… Weiterlesen

Überraschung: Max Beckmann ist auch Bildhauer!

von britta kadolsky • am

Max Beckmann in Frankfurt – eine Ausstellung im Städel Die Museen haben wieder auf. Ich besuche das Städel, bevor nach ein paar Tagen alles wieder schließen muss. Die Beckmann Ausstellung im Städel ist klein, aber fein. Der Fokus liegt auf Beckmanns Jahren… Weiterlesen

Jeremy Shaw im Frankfurter Kunstverein

von britta kadolsky • am

Hurra – die Museen sind wieder auf Als erster unterrichtet mich der Frankfurter Kunstverein per E-Mail über die Öffnung. Jeremy Shaw wird im Frankfurter Kunstverein gezeigt. Ich verliere keine Zeit und reserviere direkt Tickets: Eine riesige Leinwand erwartet uns bereits im Eingangsbereich:… Weiterlesen

Online-Führung durch die Städel-Highlights

von britta kadolsky • am

Städel Sammlung: Die Highlights  „Museum für zu Hause – Live“ nennt das Museum seine Reihe der Online-Formate. Freudig nehme ich die Online-Führung über die Städel Highlights wahr.Ein Highlight ist die Online-Führung gleich aus mehreren Gründen:   Endlich kann ich mal wieder ein Museum ‚besuchen‘… Weiterlesen

Alfred von Meysenbug

von britta kadolsky • am

Comic-Autor, Maler, Illustrator und Plattencover-Gestalter von Udo Lindenberg Alfred von Meysenbug, einigen bekannt durch seine Comic-Bücher und die Illustration von Udo Lindenbergs Plattencovern, ist vor einem Jahr am 19. Februar gestorben. Meyse, wie er von seinen Freunden liebevoll genannt wurde, hieß… Weiterlesen

Online-Führung durch die Balkenhol Ausstellung

von britta kadolsky • am

Was für ein wunderbares Angebot in Anbetracht der pandemiebedingten Schließung: Eine Online Führung durch die Ausstellung von Stephan Balkenhol im Duisburger Lehmbruck Museum.Die monumentalen bemalten Holzskulpturen des Bildhauers sind vielerorts im öffentlichen Raum zu bewundern. Fast in jeder großen Stadt… Weiterlesen

Das Blaue vom Himmel

von Ruth Fühner • am

Lapis, Indigo und Waid – die Geheimnisse der Farbe Blau.  Keine Spur von Blau, auf diesem Bild der National Gallery in London. Es ist, da sind sich die Experten weitgehend einig, wohl ein echter Michelangelo – wenn auch nicht gerade einer… Weiterlesen

Die Liaison von Kunst und Werbung

von britta kadolsky • am

Was haben Kunst und Mode gemeinsam? Momentan, in der Pandemie: Museen, Modehäuser und Boutiquen haben geschlossen.Aber es gibt noch andere Zusammenhänge . . . Einer der bekanntesten liegenden Frauenakte der Kunstgeschichte ist Manets Olympia; 1865 löste das Bild bei der… Weiterlesen

Stilbruch auf Leinwand: Gerhard Richter

von Ruth Fühner • am

Eine nackte Frau mit blonder Bienenkorbfrisur schreitet eine Treppe herab. Frontalansicht, leicht unscharf. Die Farben: wie auf einem der ersten Farbfotos, ausgeblichen, die Treppe grünlich. Ema, 1966. 2 Meter mal einsdreißig.  Graue Rechtecke. Monochrom. Die Farbe mal mit grobem Pinsel gleichmäßig… Weiterlesen

Spektakuläre Museumsbauten: Teil 2

von britta kadolsky • am

Museumsarchitektur in ehemaligen Industriebauten  Im 1. Teil habe ich bereits die Frage gestellt: Welche Chance hat die Kunst neben der bombastischen Museumsarchitektur von heute? Dazu habe ich spektakuläre architektonische Meisterleistungen gezeigt, die eigens für die Präsentation von Kunst gebaut wurden. … Weiterlesen

Spektakuläre Museumsbauten: Teil 1

von britta kadolsky • am

Bei meinen Besuchen in den diversen Museen für moderne und zeitgenössische Kunst fällt mir immer wieder auf, wie beeindruckend Museumsarchitektur sein kann.  Ich denke hierbei an Bauten wie  das zylindrisch geformte Guggenheim Museum in New York das technisch-futuristisch anmutende Centre Pompidou in… Weiterlesen

Kunst im Berliner Technoclub Berghain: Teil 2

von britta kadolsky • am

Teil 2/2: Studio Berlin – Panoramabar, Schlackekeller,große Halle. Der 2. Teil meines Artikels über die großartige Ausstellung im Technoclub (Hier gehts zum 1. Teil). Dort habe ich über die Ausstellung im Main Dancefloor, der Klobar und die Toiletten berichtet.  Für… Weiterlesen

Berlin: Kunst im legendären Technoclub Berghain

von britta kadolsky • am

Teil 1/2: Studio Berlin – Main Dancefloor, Klobar, Unisex Toiletten.  Eine Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst in einem der coolsten Clubs Deutschlands: das passt zusammen! Wie allgemein bekannt und x-mal erwähnt: die Clubszene liegt seit Corona brach und die Clubs kämpfen… Weiterlesen

Wo Banane drauf ist, ist Kunst drin!

von britta kadolsky • am

Die Banane ziert Eingänge zur Kunst Alle, die sich für Kunst interessieren haben die knallgelbe Spray-Banane sicherlich schon mal an einer Häuserwand gesehen. Die Banane sieht aus wie aus einem Comic entsprungen. Die sehr einfache Form in Gelb mit den wenigen schwarzen… Weiterlesen

Intensives Blau – das Markenzeichen von Yves Klein

von britta kadolsky • am

“Blue has no dimension it is beyond dimensions.” Yves Klein Intensives Blau – das Markenzeichen von Yves Klein Endlich war ich, nach der Corona-bedingten Schließung, mal wieder im Städel. Die Gegenwartskunst im unterirdischen Erweiterungsbau, den Gartenhallen, ist ganz neu gehängt worden…. Weiterlesen

Ist das Kunst oder kann das weg?

von britta kadolsky • am

Die alte Diskussion… Von wem stammt eigentlich dieses Zitat? Es wird mittlerweile recht häufig benutzt, insbesondere um auszudrücken, dass man das jeweilige Kunstwerk nicht als ein solches anerkennen will. Ich möchte in diesem Artikel der Herkunft auf den Grund gehen und… Weiterlesen