Kollektive erobern die Kunstwelt – ruangrupa

britta kadolsky

Künstler*innenkollektive boomen gerade in der Kunstwelt. Hat das Ego des Künstlergenies langsam ausgedient? Warum gerade jetzt? Klar ist: die Gesellschaft befindet sich im Wandel. Egotrips werden zunehmend als überholt und unpassend empfunden. Teamwork steht, nicht nur in der wirtschaftlichen Arbeitswelt, hoch im Kurs. Die meisten Kollektive gibt es schon viele Jahre, sie werden jedoch erst jetzt deutlicher wahrgenommen – nicht zuletzt wegen der kommenden documenta – dazu gleich mehr.

Was sind Kollektive? Während Künstler*innen zumeist als Einzelkämpfer*innen auftreten, gab es auch in der Vergangenheit schon immer Künstlergruppen, die am gemeinsamen Arbeiten interessiert waren. Die gegenseitige Neugier und Inspiration, verbunden mit dem Wunsch, gemeinsam den tradierten und akademischen Ansätzen etwas Avantgardistisches entgegenzusetzen, brachte viele Kunstschaffende zusammen. 

In den früheren Gruppen waren allerdings meistens die einzelnen Künstler*innen auch bekannt und sogar berühmt. So z.B.: Nouveau Réalisme mit Andre Breton, Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely, oder Die Brücke mit Franz Marc, Vasily Kandinsky, Gabriele Münter und Paul Klee. 
Dagegen bestehen die Künstler*innenkollektive meistens aus einer Gruppe anonymer Personen: Kein Individuum will sich besonders hervortun. Ihre Kunst ist politisch motiviert und setzt sich für den gesellschaftlichen Wandel ein.

Einige der einflussreichen Künstler*innenkollektive stelle ich hier nun vor:

Ruangrupa – documenta fifteen

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documenta fifteen, Logo, © documenta fifteen 2022
Foto im Banner: ruangrupa, v.l.n.r. Ajeng Nurul Aini, farid rakun, Iswanto Hartono, Mirwan Andan, Indra Ameng, Daniella Fitria Praptono, Ade Darmawan, Julia Sarisetiati, Reza Afisina, 2019, Foto: Jin Panji

Das im Moment am häufigsten genannte Künstler*innenkollektiv ist sicher ruangrupa, das die künstlerische Leitung für die documenta fifteen (18. Juni bis 25. September 2022 in Kassel) übernimmt. 

Die 10 indonesischen Frauen und Männer stammen aus Jakarta und haben ein ganz anderes Verständnis von Kunst als es bisher in Europa oder der westlichen Welt Tradition war. Nicht das Meisterwerk ist das entscheidende Resultat, sondern ein gemeinschaftliches Miteinander in allen Lebenslagen.

Auf der Webseite der documenta werden ruangrupa kurz folgendermaßen beschrieben: „Das Künstler*innenkollektiv aus Jakarta hat ihrer documenta fifteen die Werte und Ideen von lumbung (indonesischer Begriff für eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune) zugrunde gelegt. Als künstlerisches und ökonomisches Modell fußt lumbung auf Grundsätzen wie Kollektivität, gemeinschaftlichem Ressourcenaufbau und gerechter Verteilung und verwirklicht sich in allen Bereichen der Zusammenarbeit und Ausstellungskonzeption.“


Worum geht es also? Werte wie Gemeinschaft, gerechte Verteilung, Heilung, Genügsamkeit und Humor sollen im Vordergrund stehen. Insgesamt ist der soziale Aspekt bedeutsam. Prozesse sind wichtiger als das Ergebnis. Es wird Workshops geben, in denen gemeinsam gearbeitet und diskutiert wird. Insgesamt ein radikaler Angriff auf die bestehenden Machtverhältnisse in der Kunstwelt. Es geht nicht mehr um das Individuum, vielmehr um Gemeinschaft. Immer!

Ob es für die Besucher*innen der documenta dann genug an Kunst zu bestaunen geben wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht wird der ästhetische Aspekt ganz in den Hintergrund rutschen.

documenta fifteen, ruruHaus, Kassel, 2022, Kollektive erobern die Kunstwelt, ruangrupa
documenta fifteen, ruruHaus, Kassel, 2021, Foto: Nicolas Wefers

Auf dieser documenta wird also einiges anders: Keine einzelne Person mit Starruhm für die Leitung, sondern eben ein Kollektiv mit flachen Hierarchien. Und das sieht für die Teilnahme weitere Künstler*innenkollektive vor. Es sind keine ‚großen Namen‘ eingeladen worden. 

Die Liste der teilnehmenden Kunstschaffenden wurde übrigens in der Obdachlosenzeitung Asphalt, und nicht wie bisher immer in großen Kunstmagazinen, veröffentlicht: Ein Novum! Und bereits eine der ersten Inszenierungen, die einen Vorgeschmack auf die diesjährigen 100-Tage-Kunstschau in Kassel geben. 

Guerrilla Girls

Guerrilla Girls, Do Women have to be naked, Kollektive erobern die Kunstwelt, ruangrupa
Guerrilla Girls, Do Women have to be naked…., 1985, Foto: flickr, CC BY-NC-SA 2.0

Die Guerrilla Girls sind die weiblichen Ikonen des Kollektivs in der Kunst. Die Gruppe kommt aus New York und prangert seit über 35 Jahren den Kunstbetrieb und seine Machtstrukturen an. Dabei kritisiert die feministische Künstlerinnengruppe vor allem ‚den weißen Mann‘, der in der bildenden Kunst bisher das Maß aller Dinge ist. Mit Sätzen wie: ’Müssen Frauen nackt sein, um ins Museum zu kommen?‘ machen sie darauf aufmerksam, dass die meisten in Museen gezeigten Kunstwerke von Männern sind. Und an den Wänden hängen nackte Frauen.

Guerrilla Girls, Kollektive erobern die Kunstwelt, ruangrupa
Guerrilla Girls, 2007, Foto: flickr, CC BY-NC 2.0

Das Markenzeichen der Guerrilla Girls bei ihren Performances sind die Gorillamasken auf dem Kopf. Die Künstlerinnen sind nicht als Individuum erkennbar. Selbstironisch begleiten sie ihre Auftritte mit Bananen und es gelingt ihnen, neben der politischen Botschaft, eine entspannte und muntere Atmosphäre zu kreieren. Die lässt ihr Publikum die Kritik besser aufnehmen, haben sie festgestellt. Sie engagieren sich dabei lautstark für Gleichberechtigung. Frauen, People of Color, Behinderte und LGBTQ-Menschen sollen in der Kunst, wie im Leben, gleichberechtigt sein, so ihre Message. Auf ihren Plakaten beschreiben knappe Sätze und Statistiken, untermauert mit Prozentangaben, die ungerechte Situation. Zum Beispiel, dass die Anzahl der Frauen oder PoC in den Museen, Galerien und Kunstkritiken bei unter 10% lag. (Das war Ende des 20 Jahrhunderts, mittlerweile sehen die Zahlen etwas besser aus.)

Seit der Gründung der Gruppe waren schon über 50 Künstlerinnen beteiligt und ihre Fotos und Collagen sind mittlerweile auch in den großen Museen angekommen.

raumlabor – goldener Löwe in Venedig

Das Architekt*innenkollektiv raumlaborberlin gewann überraschend im letzten Jahr den goldenen Löwen auf der Architekturbiennale in Venedig (Hier mein Artikel über die Biennale 2021). Das bereits 1999 gegründete Kollektiv geht an unbeliebte oder fast vergessene Orte, um diese wiederzubeleben und für die Menschen attraktiv zu gestalten. Dabei achten sie auf sozial verträgliche Realisierungen. 

Die beiden Projekte in Venedig – Floating University und Haus der Statistik – wurden 2018 in Berlin begonnen.

raumlaborberlin, floating-university, Kollektive erobern die Kunstwelt, ruangrupa
raumlaborberlin, floating-university-2019-© Lena Giovanazzi

Die Floating University ist die Bebauung eines Biotops am Rande des Berliner Flughafens Berlin Tempelhof. Hier schufen Studierende von verschiedenen europäischen Hochschulen gemeinsam mit raumlaborberlin temporäre Bauten, die auf Pfählen über dem Wasser schweben. In dieser ‚Universität‘ wurde einen Sommer lang diskutiert, wie Stadtplanung und Zusammenleben in Zukunft aussehen sollte. Tatsächlich wurde inhaltlich bereits genau das besprochen, was der Titel der Biennale 2021 ‚How will we live together‘ thematisierte. Der bis dahin übersehene Ort in Berlin wurde so angeeignet und bespielt: Eine Kritik am kapitalistischen Wertemodell! Der Erfolg führte dazu, dass mittlerweile ein Verein die Bauten betreut und weiterhin soziale Projekte darin stattfinden können

raumlaborberlin, loating_climate-care, Kollektiv
raumlaborberlin, loating_climate-care-2019-© Lena Giovanazzi

Bei dem Modellprojekt Haus der Statistik wird ein ehemaliger DDR-Verwaltungskomplex am Potsdamer Platz umgenutzt, der bereits seit 2008 leer steht. Er sollte abgerissen werden. Durch eine Initiative mit Beteiligung von raumlaborberlin wird die Bausubstanz erhalten. In neu zu schaffenden ‚Experimentierhäusern‘ soll soziales und kulturelles Miteinander entstehen: Kitas, Ateliers, Mitmach-Werkstätten und bezahlbarer Wohnraum. 

Übrigens: in Frankfurt realisierte raumlaborberlin u.a. zwei temporäre Spielorte für das Künstler*innenhaus Mousonturm, darunter den Sommerbau am Kaiserlei.

Kollektive gewinnen Turner Prize der Tate

Der Turner Pize der Tate ging in den vergangenen Jahren bereits mehrfach an Kollektive. Der bedeutendste Preis für zeitgenössische Kunst in Großbritannien wird seit 1984 an britische Künstler*innen unter 50 Jahren verliehen und ist mit 25.000 £ dotiert. 

2015 wurde erstmalig ein Kollektiv geehrt: Assemble, eine Londoner Gruppe aus 18 jungen Architekt*innen, Designer*innen und Künstler*innen. Ihr Projekt Granby Four Streets, ein heruntergekommenes Sozialbau-Quartier in Liverpool, wurde in Kooperation mit der Nachbarschaft renoviert. Das Kollektiv und die in den Häusern lebenden Menschen arbeiteten handwerklich und künstlerisch zusammen. Jeden Mittag wurde gemeinsam gekocht und gegessen, was die Gemeinschaft dieses sozialen Projektes zusätzlich förderte. Die Mitglieder des Kollektives sind alle anonym geblieben: die Gruppe zählt, nicht der Einzelne.

2019 fällte die Jury eine ungewöhnliche Entscheidung: Die vier nominierten Künstler*innen -Lawrence Abu Hamdan, Helen Cammock, Oscar Murillo und Tai Shani – baten darum, keinen einzelnen Gewinner zu küren. Sie wollten ein Zeichen setzen und vereinigten sich im Namen der „Solidarität, Gemeinschaft und Vielseitigkeit in der Kunst und in der Gesellschaft“ zu einem Künstlerkollektiv.  Tatsächlich zeichnete sie die Jury aus.

2020 gab es, pandemiebedingt, keine Preisvergabe. Der Betrag wurde an Künstler*innen gestiftet.

Array Collective aus Belfast, Turner Preis Gewinner 2021,
Array Collective aus Belfast, Turner Preis Gewinner 2021

2021 gewann erneut ein Künstler*innenkollektiv: Array CollectiveDie nordirische Gruppe besteht aus elf Frauen und Männern und ist in Belfast ansässig. Alle Künstler*innen haben auch eigene Kunstprojekte, arbeiten jedoch oft zusammen. Mit bunten Kostümen und viel humorvoller Performance setzt sich die Gruppe für soziale Themen ein. Auch hier stehen Gleichberechtigung, Feminismus und die Rechte der LGTBQ-Gemeinde im Zentrum der Aktivitäten. Außerdem wird gegen den religiösen Eifer in der Region demonstriert. 

Prämiert wurde ihre Arbeit The Druihaib’s Ball: Ein nachgebauter Pub mit unzähligen Bannern  und Transparenten von den Protesten und Demonstrationen auf den Straßen. Dazu gehören der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken, aber auch Demonstrationen für ein Abtreibungsrecht, die Rechte von Homosexuellen, Sozialfürsorgen, für die irische Sprache und gegen die britische Kolonialisierungspolitik.

2021 waren für den Turner Preis übrigens ausschließlich Kollektive nominiert – ein grundlegendes Umdenken in der Kunst?!

Fazit: Mittlerweile erhalten zeitgenössische Kollektive immer größere Aufmerksamkeit, zunehmend gewinnen sie Preise und Renommée und verändern so die Kunstwelt.

Kollektive erobern die Kunstwelt: ruangrupa, documenta 15, Guerrilla Girls

Die Bundesbank zeigt ihre Kunst in Frankfurt 

von britta kadolsky • am

Ortswechsel – die neue Ausstellung im Museum Giersch Das knallige Rot beleuchtet den Raum und wirkt fast magisch, der weiße Fleck in der Mitte des Bildes verstärkt diesen Effekt noch. Ich stehe vor Fred Thielers Rot 65 von 1965 im ersten Raum der… Weiterlesen

documenta fifteen in Kassel

von britta kadolsky • am

Die documenta fifteen in Kassel Noch knapp 3 Wochen läuft sie, die documenta fifteen, die wohl weltweit bedeutendste Kunstschau für zeitgenössische Kunst. Ich habe es endlich geschafft, nach Kassel zu reisen. Meine Erwartungen waren ehrlich gesagt nicht besonders hoch, umso… Weiterlesen

Rainer Fetting: Willy Brandt und die Berliner Mauer

von britta kadolsky • am

Die Bronzeskulptur Willy Brandt von Rainer Fetting Jeder kennt sie, zumindest aus dem Fernsehen: Die massive Bronze-Skulptur Willy Brandt ist von Rainer Fetting, der auch für seine Berliner Mauer Bilder bekannt ist. Die Skulptur steht in der Berliner Parteizentrale der… Weiterlesen

Was kann Kunst? Lion Feuchtwangers Roman ‘Erfolg’

von Ruth Fühner • am

Was kann Kunst – Dieser Satz steht über Brittas Blog – und Lion Feuchtwangers in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstandener Roman „Erfolg“ gibt darauf eine doppelte Antwort.  Zum einen erzählt er von einem Justizskandal, ausgelöst durch die provokanten… Weiterlesen

Barbara Kruger in Berlin und Venedig

von britta kadolsky • am

Barbara Kruger in Berlin und Venedig Seit ihrem ikonischen Werk von 1987 I shop therefore I am finde ich die Kunst von Barbara Kruger großartig. Ihre Erkennungsmerkmale sind die Farben: Schwarz, weiß und rot sowie die riesigen Schriftzüge. Immer ist Text ein… Weiterlesen

Neue Kunst in alten Gemäuern

von Ruth Fühner • am

Spuren der Geschichte Wie Britta treibt auch mich die Frage um, was der Reiz ist an der in den letzten Jahrzehnten aufgekommenen Mode, ehemals anders genutzte Räume (Schlösser, Zechen, Bunker) für Gegenwartskunst zu nutzen. Ein Grund liegt auf der Hand:… Weiterlesen

Berlin: Zeitgenössische Kunst im Boros Bunker

von Britta Kadolsky • am

Die Geschichte des Boros Bunkers in Berlin Zwangsarbeiter der Nationalsozialisten errichteten den betongrauen Luftschutzbunker in der Mitte Berlins für bis zu 4.000 Menschen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er sehr unterschiedlich genutzt. Zuerst diente er als Kriegsgefängnis der… Weiterlesen

Meine Highlights auf der Biennale in Venedig 2022

von britta kadolsky • am

Die vier Länderpavillons, die mich am meisten begeistert haben Von Deutschland aus schauen wir gewohnt und – typisch für uns – besonders kritisch auf den Deutschen Pavillon, der in dieser Biennale, wenn auch nicht preisgekrönt, so doch sehr eindrucksvoll von… Weiterlesen

Der Deutsche Pavillon in Venedig

von britta kadolsky • am

Auf der 59. Biennale in Venedig beschäftigt sich der Deutsche Pavillon wieder einmal mit sich selbst. Irgendwie gehört das ja zum Pflichtprogramm der deutschen Künstler*innen bei der faschistischen Architekturgeschichte.  Maria Eichhorn habe ursprünglich geplant, den gesamten Pavillon abzutragen und woanders wieder aufzubauen…. Weiterlesen

Kunst in Frankfurts neuem Hochhaus

von britta kadolsky • am

Kostenlos Kunst in Frankfurt genießen – Chiharu Shiota im WINX Tower Fasziniert lege ich meinen Kopf in den Nacken und schaue auf die vier roten Boote, die in luftiger Höhe des Foyers im WINX Tower schweben. Die mit roten Fäden… Weiterlesen

Papierkunst in Berlin

von britta kadolsky • am

Kunst aus Papier im Haus des Papiers in Berlin Ein (noch) ziemlich geheimer Kunst-Tipp ist das Haus des Papiers in Berlin Mitte. Gegründet wurde es im Jahr 2021 von den Unternehmerinnen Ulrike Vohrer und Annette Berr. Das Museum ist ganz der… Weiterlesen

Die Kunst-Biennale Venedig ist wieder da

von britta kadolsky • am

In 2 Wochen ist es endlich wieder so weit. Am 23. April 2022 beginnt die 59. Kunst-Biennale von Venedig. Eigentlich für letztes Jahr geplant, musste das ‚Weltfestival der Kunst‘, wie es das art-Magazin nennt, die Veranstaltung verschieben – aus hinlänglich… Weiterlesen

Kostenlos Kunst in Berlin genießen

von britta kadolsky • am

Schweizer Botschaft, Galerie König, Galerie Sprüth Magers Kostenlos Kunst in Berlin genießen: In Berlins Mitte, direkt neben dem Bundeskanzlerinnenamt, der “Waschmaschine”, inmitten der spröden Betonarchitektur von Diener & Diener, flattert Pipilotti Rists Werk ein Blatt im Wind. Seit 2001 fallen aus… Weiterlesen

Das Bild des Menschen

von Ruth Fühner • am

Gerade hat Britta ihren letzten Artikel über das Porträt eingestellt, da stoße ich zufällig bei einem Sevilla-Besuch auf eine Ausstellung, die genau daran anschließt. La Imagen Humana, Das Bild des Menschen heißt die Schau im Kulturforum der Caixa-Bank, die aus den reichen Beständen… Weiterlesen

10 Fakten über Porträts

von britta kadolsky • am

10 Fakten über Porträts 1. Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht. Wer kennt diesen Reim nicht?! Er verdeutlicht, wie wenig es braucht, um ein Gesicht darzustellen. Wir glauben in allem, was zwei Punkte und einen Strich hat,… Weiterlesen

Kunstspaziergang im Frankfurter Bankenviertel

von Ruth Fühner • am

Einen schön aufwendigen Wechselrahmen für Kunst leistet sich die DZ-Bank mit ihrem Art Foyer am Platz der Republik in Frankfurt. In dem strahlend weißen Gehäuse mit dem eindrucksvollen Treppenaufgang zeigt die Bank dreimal im Jahr Ausstellungen von KünstlerInnen, die sich mit dem… Weiterlesen

Darstellung der Zeit in der Kunst

von britta kadolsky • am

Darstellung der Zeit in der Kunst Die Zeit: Mal „verfliegt“ sie und mal kriechen sie dahin, die Sekunden und Minuten. Die Zeit kann grausam sein, wenn sie uns unsere Vergänglichkeit aufzeigt und auch gnädig, wenn sie „alle Wunden heilt“. Schon… Weiterlesen

Ausstellungstipp: Die Welt von Steve McCurry

von Saskia Wolf • am

von Saskia Wolf: Die Welt von Steve McCurry ist momentan in einigen Ausstellung in Europa zu sehen. Und was für eine Welt das ist – voller Dramen, Emotionen, Schicksalen, uralten Traditionen und Konflikten, aber auch voller Freude und Farben, Momente der… Weiterlesen

Ist das Kunst oder kann das weg? – Joseph Beuys zum 100. Geburtstag

von britta kadolsky • am

Kurz bevor das Jahr zu Ende geht, muss ich natürlich noch über Joseph Beuys sprechen. Wie hinlänglich bekannt, wäre dieses Jahr sein 100. Geburtstag gewesen. Posthum hat der Künstler daher unglaublich große Aufmerksamkeit bekommen: Über 20 Ausstellungen widmeten sich 2021… Weiterlesen

Die Neue Nationalgalerie in Berlin

von britta kadolsky • am

Ich bin in Berlin! Die neue Nationalgalerie steht ganz oben auf meiner Museumsliste. Jahrelang habe ich über den Bauzaun auf das ikonische Glas- und Stahlgebäude der Neuen Nationalgalerie geäugt. Nun ist das Museum der Moderne, nach sechseinhalb Jahren radikaler Sanierung… Weiterlesen

Kunst in und vor Frankfurter Bankfoyers

von Ruth Fühner • am

Viele Frankfurter Kunst-Schätze strahlen im Verborgenen. Es sind die Sammlungen der Banken. Angelegt weniger in der Hoffnung auf bleibende als auf wachsende Werte, sollen sie das Image des seelenlos angehäuften Kapitals mit dem sanften Glanz des Feingeistigen überziehen. Einige von… Weiterlesen

Lucian Freud – Maler der Queen und der Nackten

von britta kadolsky • am

Heute möchte ich von einem meiner Lieblingsmaler berichten: Lucian Freud – Maler der Queen und der Nackten. Vor 10 Jahren ist der Enkel des Psychoanalytikers Sigmund Freud gestorben.  Neben einem kleinen Bild von der Queen, malte er auch Berühmtheiten wie Kate Moss, Jerry… Weiterlesen

Raffaels Engel sind überall

von britta kadolsky • am

Raffaels Engel sind überall. Die Geschichte des Renaissance-Gemäldes, die ich heute erzähle, begann vor 500 Jahren und erlebt seit etwa 50 Jahren selbst eine unglaubliche Renaissance. Der Fairness halber sollte ich noch ergänzen, dass die neuerliche popkulturelle Aufmerksamkeit sich lediglich… Weiterlesen

Kunst unter der Erde – der Louvre des RMV in Frankfurt

von Ruth Fühner • am

Was Paris recht ist, ist Frankfurt billig. Die Glaspyramiden am Messeturm sind, na ja, fast so schön wie ihre Schwestern im Innenhof des Grand Louvre. Immerhin, in eine Art Museum geht es hier auch. Eins, das es zumindest an Ausdehnung… Weiterlesen

Sticken ist das neue Malen – Contemporary Embroidery

von britta kadolsky • am

Eine Freundin hat mich zum Sticken gebracht. Ich hatte diese wunderbare Betätigung bis dahin noch immer in die verstaubte, biedere Ecke der Muttis und Omis am heimischen Herd gepackt. Auch weil das Sticken weiblich konnotiert ist. Sticken transportierte jahrhundertelang weibliche… Weiterlesen

Forma Viva – lebendige Form am Südende Istriens

von Ruth Fühner • am

Schon zu Titos Zeiten hatte das istrische Küstenstädtchen Portorož etwas von seiner eleganten Weltläufigkeit bewahren können – und das gilt nicht zuletzt in Sachen Kunst.  1961 fand hier, auf der grünen Halbinsel Seca, erstmals die Bildhauerbiennale Forma Viva statt. Seither… Weiterlesen

Alpinkunst am Großglockner

von Ruth Fühner • am

Kunst-Ausstellung Alpenliebe in Österreich. Auf dem Weg nach Italien ist die Großglockner-Hochalpenstraße eine der spektakulärsten Strecken – selbst wenn, wie bei unserer Fahrt, das Wetter so schlecht ist, dass der größte Gletscher Österreichs, die immer mehr schmelzende Pasterze, vom Nebel… Weiterlesen

17. Architekturbiennale in Venedig – Wie werden wir zusammen leben?

von britta kadolsky • am

How will we live together? Wie werden wir zusammen leben? Das ist das spannende Motto der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig. Das Zusammenleben in der Zukunft ist eine Riesen-Herausforderung: Soziale Ungerechtigkeiten, Nachhaltigkeit, Solidarität, Klimawandel, Migration, Rassismus, politische Polarisierungen … große Probleme… Weiterlesen

Draußen Kunst genießen – weibliche Skulpturen in Frankfurts Wallanlagen

von britta kadolsky • am

Die Museen sind immer noch im Lockdown. Nach Monaten des Verzichts auf Kunst und Kultur ist die Sehnsucht groß. Zeit, sich die Kunst draußen anzuschauen!
Kunst im öffentlichen Raum heißt das Stichwort! In Frankfurts Wallanlagen, einem grünen Parkstreifen um die Innenstadt, stehen dutzende Skulpturen. 5 davon habe ich genauer betrachtet. Alle weiblich, alle nackt. Warum?… Weiterlesen

Die schießende Feministin: Niki de Saint Phalle

von britta kadolsky • am

Schießkunst – Feministin – Künstlerin: Ein Schuss knallt und kurz darauf läuft rote Farbe über den Körper. Ein zweiter Schuss ertönt, auch er hat getroffen: gelbe Farbe quillt aus der Wunde. Niki de Saint Phalle schießt auf ihr Kunstwerk La mort… Weiterlesen

Wie die Moderne nach Berlin kam – Mariam Kühnel-Hussainis Roman ‘Tschudi’

von Ruth Fühner • am

Tschudi in Berlin Stellen Sie sich für einen Augenblick das großbürgerlich-kaiserliche Berlin um 1900 vor. Den Kurfürstendamm, das Westend, den Boulevard Unter den Linden. Den Rausch von Gründerzeitarchitektur, die hemmungslos Türmchen und Erker, Karyatiden und anderen Klingeling-Zierrat aufeinanderhäuft. Hinter den… Weiterlesen

Überraschung: Max Beckmann ist auch Bildhauer!

von britta kadolsky • am

Max Beckmann in Frankfurt – eine Ausstellung im Städel Die Museen haben auf. Ich besuche das Städel, bevor nach ein paar Tagen alles wieder schließen muss. Die Beckmann Ausstellung im Städel ist klein, aber fein. Der Fokus liegt auf Beckmanns Jahren in… Weiterlesen

Jeremy Shaw im Frankfurter Kunstverein

von britta kadolsky • am

Hurra – die Museen sind wieder auf Als erster unterrichtet mich der Frankfurter Kunstverein per E-Mail über die Öffnung. Jeremy Shaw wird im Frankfurter Kunstverein gezeigt. Ich verliere keine Zeit und reserviere direkt Tickets: Eine riesige Leinwand erwartet uns bereits im Eingangsbereich:… Weiterlesen

Online-Führung durch die Städel-Highlights

von britta kadolsky • am

Städel Sammlung: Die Highlights  „Museum für zu Hause – Live“ nennt das Museum seine Reihe der Online-Formate. Freudig nehme ich die Online-Führung über die Städel Highlights wahr.Ein Highlight ist die Online-Führung gleich aus mehreren Gründen:   Endlich kann ich mal wieder ein Museum ‚besuchen‘… Weiterlesen

Alfred von Meysenbug

von britta kadolsky • am

Comic-Autor, Maler, Illustrator und Plattencover-Gestalter von Udo Lindenberg Alfred von Meysenbug, einigen bekannt durch seine Comic-Bücher und die Illustration von Udo Lindenbergs Plattencovern, ist vor einem Jahr am 19. Februar gestorben. Meyse, wie er von seinen Freunden liebevoll genannt wurde, hieß… Weiterlesen

Online-Führung durch die Balkenhol Ausstellung

von britta kadolsky • am

Was für ein wunderbares Angebot in Anbetracht der pandemiebedingten Schließung: Eine Online Führung durch die Ausstellung von Stephan Balkenhol im Duisburger Lehmbruck Museum.Die monumentalen bemalten Holzskulpturen des Bildhauers sind vielerorts im öffentlichen Raum zu bewundern. Fast in jeder großen Stadt… Weiterlesen

Das Blaue vom Himmel

von Ruth Fühner • am

Lapis, Indigo und Waid – die Geheimnisse der Farbe Blau.  Keine Spur von Blau, auf diesem Bild der National Gallery in London. Es ist, da sind sich die Experten weitgehend einig, wohl ein echter Michelangelo – wenn auch nicht gerade einer… Weiterlesen

Die Liaison von Kunst und Werbung

von britta kadolsky • am

Was haben Kunst und Mode gemeinsam? Momentan, in der Pandemie: Museen, Modehäuser und Boutiquen haben geschlossen.Aber es gibt noch andere Zusammenhänge . . . Einer der bekanntesten liegenden Frauenakte der Kunstgeschichte ist Manets Olympia; 1865 löste das Bild bei der… Weiterlesen

Stilbruch auf Leinwand: Gerhard Richter

von Ruth Fühner • am

Eine nackte Frau mit blonder Bienenkorbfrisur schreitet eine Treppe herab. Frontalansicht, leicht unscharf. Die Farben: wie auf einem der ersten Farbfotos, ausgeblichen, die Treppe grünlich. Ema, 1966. 2 Meter mal einsdreißig.  Graue Rechtecke. Monochrom. Die Farbe mal mit grobem Pinsel gleichmäßig… Weiterlesen

Spektakuläre Museumsbauten: Teil 2

von britta kadolsky • am

Museumsarchitektur in ehemaligen Industriebauten  Im 1. Teil habe ich bereits die Frage gestellt: Welche Chance hat die Kunst neben der bombastischen Museumsarchitektur von heute? Dazu habe ich spektakuläre architektonische Meisterleistungen gezeigt, die eigens für die Präsentation von Kunst gebaut wurden. … Weiterlesen

Spektakuläre Museumsbauten: Teil 1

von britta kadolsky • am

Bei meinen Besuchen in den diversen Museen für moderne und zeitgenössische Kunst fällt mir immer wieder auf, wie beeindruckend Museumsarchitektur sein kann.  Ich denke hierbei an Bauten wie  das zylindrisch geformte Guggenheim Museum in New York das technisch-futuristisch anmutende Centre Pompidou in… Weiterlesen

Kunst im Berliner Technoclub Berghain: Teil 2

von britta kadolsky • am

Teil 2/2: Studio Berlin – Panoramabar, Schlackekeller,große Halle. Der 2. Teil meines Artikels über die großartige Ausstellung im Technoclub (Hier gehts zum 1. Teil). Dort habe ich über die Ausstellung im Main Dancefloor, der Klobar und die Toiletten berichtet.  Für… Weiterlesen

Berlin: Kunst im legendären Technoclub Berghain

von britta kadolsky • am

Teil 1/2: Studio Berlin – Main Dancefloor, Klobar, Unisex Toiletten.  Eine Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst in einem der coolsten Clubs Deutschlands: das passt zusammen! Wie allgemein bekannt und x-mal erwähnt: die Clubszene liegt seit Corona brach und die Clubs kämpfen… Weiterlesen

Wo Banane drauf ist, ist Kunst drin!

von britta kadolsky • am

Die Banane ziert Eingänge zur Kunst Alle, die sich für Kunst interessieren haben die knallgelbe Spray-Banane sicherlich schon mal an einer Häuserwand gesehen. Die Banane sieht aus wie aus einem Comic entsprungen. Die sehr einfache Form in Gelb mit den wenigen schwarzen… Weiterlesen

Intensives Blau – das Markenzeichen von Yves Klein

von britta kadolsky • am

“Blue has no dimension it is beyond dimensions.” Yves Klein Intensives Blau – das Markenzeichen von Yves Klein Endlich war ich, nach der Corona-bedingten Schließung, mal wieder im Städel. Die Gegenwartskunst im unterirdischen Erweiterungsbau, den Gartenhallen, ist ganz neu gehängt worden…. Weiterlesen

Ist das Kunst oder kann das weg?

von britta kadolsky • am

Die alte Diskussion… Von wem stammt eigentlich dieses Zitat? Es wird mittlerweile recht häufig benutzt, insbesondere um auszudrücken, dass man das jeweilige Kunstwerk nicht als ein solches anerkennen will. Ich möchte in diesem Artikel der Herkunft auf den Grund gehen und… Weiterlesen