Lichtkunst in Unna ­– ein visuelles Spektakel 

britta kadolsky

Das Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna (ZFIL) – trotz seines etwas sperrigen Namens – erstrahlt als ein Juwel der hochkarätigen Kunst mit Licht. Hier werden Werke renommierter internationaler Künstler wie Olafur Eliasson, Joseph Kosuth, James Turrell und Rebecca Horn präsentiert, um nur einige schon mal zu nennen. Weltweit widmet sich kein anderes Museum ausschließlich dieser eigenständigen, avantgardistischen Kunstgattung.

Das Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna, visuelles Spektakel, Lindenplatz, Lindenbrauerei
Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna (ZFIL), Lindenplatz Unna, Foto: Frank Vinken

Die stillgelegte Lindenbrauerei bietet mit ihren unterirdischen Gängen, Kühlräumen und ehemaligen Gärbecken den Rahmen für die Location: Oberirdisch eher wie ein Zweckbau der 1980er Jahre, entpuppt sich die Brauerei unter der Erde als ein faszinierendes Stück Industriekultur im Ruhrgebiet. Nach Sanierungsarbeiten, bei denen der Originalzustand der Brauerei weitestgehend erhalten blieb, eröffnete das Museum 2001.

Die ersten Künstler:innen hatten die Möglichkeit, die Räumlichkeiten vor Ort zu besichtigen und sich einen Raum auszuwählen. Anschließend entwickelten sie speziell auf diesen Ort und Raum zugeschnittene Installationen.

Beeindruckende Lichtskulpturen 

Das Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna,  lichtbasierte Kunst, Glaskubus, 57.600 LEDs
Giny Vos, Light Phenomena, 2022, ZFIL

Bereits auf dem Platz vor dem Museum entdecke ich die erste lichtbasierte Kunst: In einem großen Glaskubus sind 57.600 LEDs scheinbar durcheinander angeordnet. Sie leuchten abwechselnd und gemeinsam auf und bilden unterschiedliche Formen, die zu tanzen scheinen. Giny Vos‘ Installation Light Phenomena wirkt im Dunkeln sicher magisch, aber selbst am Tage faszinieren die fließenden Bewegungen, die die Lämpchen ‚malen‘.

Während wir im Kassenbereich warten, kann ich das zweite Kunstwerk bestaunen: Gleichmäßig wandert ein Licht über die 19 Neonzahlen, kontinuierlich und gleichmäßig – punktuell leuchtet das Licht immer wieder hell auf. 

Brigitte Kowanz, Lichtgeschwindigkeit, Lichtkunst in Unna, visuelles Spektakel, Zahlen in Neonbeleuchtung, 11,5 sec
Brigitte Kowanz, Lichtgeschwindigkeit – 11,5 m / sec, 1989/90, ZFIL, Foto: Frank Vinken

Die Arbeit Lichtgeschwindigkeit 11,5 M/Sek von Brigitte Kowanz zeigt das Phänomen der Lichtgeschwindigkeit. Unsere Vorstellungskraft reicht nicht aus, um zu realisieren, wie schnell die Lichtgeschwindigkeit wirklich ist. Wie also kann man das darstellen? Im Bruchteil einer Sekunde legt das Licht die Strecke von 11,5 Meter zurück. 

Wir werfen einen Blick durch die Glasplatte in die Tiefe und erkennen aufleuchtende Wörter. Später, also in den unterirdischen Gängen der ehemaligen Brauerei angekommen, können wir durch den ehemaligen Paternosterschacht hochschauen und mehr entdecken.

Joseph Kosuth: Lichtkunst-Hommage an Heinrich Heine

Lichtkunst in Unna ­– ein visuelles Spektakel  | Was kann Kunst
Joseph Kosuth, Die Signatur des Wortes (Licht und Finsternis), 2001, ZFIL, Foto: Frank Vinken – Ein Blick auf das Kunstwerk, dass man als Besucher:in nicht hat

Der erste Raum begeistert mich bereits total. Ein leicht abfallender Zickzack-Steg führt auf halber Höhe durch den Raum und damit direkt ins Kunstwerk. In die Tiefe blickend, lese ich Fragmente eines Gedichtes: „… es wird Licht …“ und ein bisschen weiter ein neuer Blickwinkel: „… Finsternis … wilde Bestien …“ Je nachdem, wo ich stehe, sehe ich immer einen anderen Textausschnitt. Der Laufsteg verhindert eine Sicht auf die komplette Textpassage und die Glaswände spiegeln zusätzlich Teile des lyrischen Werks. Aus Neonröhren hat Joseph Kosuth Passagen aus Heinrich Heines Text geformt: 

„Der Mensch braucht nur seinen Gedanken auszusprechen, und es gestaltet sich die Welt, es wird Licht oder es wird Finsternis, die Wasser sondern sich vom Festland, oder gar wilde Bestien kommen zum Vorschein. Die Welt ist die Signatur des Wortes.“ 

Lichtkunst in Unna, Heinrich Heine, Neonröhren formen Wörter, Joseph Kosuth, Zickzack Steg durch den Raum
Joseph Kosuth, Sie Signatur des Wortes (Licht und Finsternis), 2001, Zentrum für internationale Lichtkunst Unna, Detail der Ausstellungsansicht

Der Text stammt aus Heines Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland von 1834/52. Der Konzeptkünstler und mehrfacher documenta-Teilnehmer Kosuth arbeitet sehr oft mit Text in seiner Kunst. Warum er sich Heines Story für das ‚Gute und das Böse im Menschen‘ angeeignet hat, kann ich nur mutmaßen. Heine, einer der bedeutendsten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, beschrieb darin, wie eine Idee zu einem Gedanken wird und dieser dann zur Tat werden kann, mit den entsprechenden Konsequenzen. 

Begegnung mit dem ICH von Jan Van Munster 

Lichtkunst in Unna,  Neonröhren formen Wörter, Jan van Munster,  ich, Je, Ik, Patanosterschacht, blaue Wörter
Jan van Munster, Me (in Dialogue), 2005, ZFIL, Foto: Frank Vinken

Unten im Paternosterschacht angekommen können wir hochschauen, und sehen andere Besucher, die so wie wir vorher, durch die Glasscheibe nach unten blicken. Die Sicht wird gestört durch abwechselnd blau aufleuchtende Neon-Wörter: ICH oder JE oder IO oder JAG oder JA oder BEN … Das ICH ist insgesamt in zehn verschiedenen Sprachen vorhanden: Viele “Ich”-Identitäten! Und sie führen scheinbar einen Dialog mit sich selbst. Jedes Wort kommt zweimal vor. 

Unendliches Licht von James Turrell 

James Turrell, Floater 99, Unendlichkeit, Violett, Lichtkunst Zentrum in Unna
James Turrell, Floater 99, 1999/2001, ZFIL

Die beiden Highlights der Dauerausstellung im Zentrum für Internationale Lichtkunst sind die Arbeiten von James Turrell. Der in Los Angeles geborene Künstler zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Lichtkunst. Turrell erforscht mit künstlerischen Mitteln wie wir Raum und Licht wahrnehmen. Im Floater 99 scheinen wir uns im diffusen Licht aufzulösen: Der Raum ist sanft in hellem Blau beleuchtet und über Rosa geht das Licht schließlich in ein tiefes und magisches Violett über. Das Licht umhüllt mich und der Raum scheint sich zu öffnen: Keine Wände, keine Ecken und keine Decke. Ein faszinierendes Spiel mit der Physik, das mich sowohl staunen als auch genießen lässt.

James Turrell, Floater 99, Unendlichkeit, Violett, Lichtkunst Zentrum in Unna
James Turrell, Floater 99, 1999/2001, ZFIL, Foto: Frank Vinken
James Turrell, camera obscura, Unendlichkeit, Himmel, Lichtkunst Zentrum in Unna
James Turrell, Skyspace, 2009, ZFIL


Das zweite Werk von James Turrell gehört zu der Serie der sogenannten Skyspaces und basiert auf dem Prinzip einer Camera Obscura. Wir stehen um eine runde Glasscheibe am Boden und schauen auf den Himmel hinunter. Es ist der reale und aktuelle Himmel, der auf die Platte zu unseren Füßen projiziert wird. Wir sind dem Himmel besonders nah und freuen uns, dass am Firmament etwas passiert: Wolken ziehen vorbei, ein Vogel fliegt ins Bild und auf der anderen Seite wieder heraus. Bei wolkenlosem blauem Himmel würde man nur auf eine blaue Fläche schauen – langweilig.

James Turrell, camera obscura, Unendlichkeit, Himmel, Lichtkunst Zentrum in Unna
James Turrell, Skyspace, 2009, ZFIL

Später betrachten wir den ‚originalen‘ Himmel über unseren Köpfen durch die runde Öffnung des breiten Beton-Trichters. Unterschiedliche farbige Lichter beleuchten die Innenseite der Röhre und derselbe Himmel erscheint, je nach Lichtfarbe, selbst in einer anderen Farbe – faszinierend.

Licht und Klang verschmelzen bei Rebecca Horn 

Rebecca Horn, Lichtkunst in Unna, Lotusblumen, Kupfertrichter, Spiegel, Gesänge von Walen
Rebecca Horn, Lotusschatten, 2006, ZFIL, Foto: Frank Vinken

Ich kannte die deutsche Bildhauerin und Aktionskünstlerin Rebecca Horn bisher nicht als Lichtkünstlerin. In Unna steht das riesige mechanische Kunstwerk Lotusschatten. Das Gebilde, aus sich windenden Armen aus Kupferrohren und Kupfertrichtern füllt den Kellerraum. Wie Lotusblumen wachsen die blütenähnlichen Gebilde in den Raum hinein. Sie sind mit Spiegeln oder Glühbirnen bestückt. Lichtreflexe und Schatten bewegen sich über die Wände. Die Bewegungen der Installation werden durch Töne begleitet:  Der Gesang von Walen, begleitet durch Oberton-Klänge des neuseeländischen Musikers Hayden Chisholm erzeugen eine sphärische Atmosphäre. Ich bin entzückt.

Farbenfrohes Statement von Maurizio Nannucci 

Never Move Far From Color, Maurizio Nannuzzi, bunde Buchstaben aus Neonröhren formen Wörter, klassizistischer Keller, Säulen
Maurizio Nannucci, Never Far From Color, 2017/18, ZFIL

Absolut Social-Media-tauglich ist der farbenfrohe Schriftzug des italienischen Künstlers Maurizio Nannucci: NEVER MOVE FAR FROM COLOR.

Ich lese eine politisch motivierte Botschaft für mehr Vielfalt in dem riesigen Neon-Gedicht – weil ich möchte, dass es nicht nur schön aussieht. Der Schriftzug steht außerdem in einem besonders repräsentativen Kellerraum: Klassizistische Säulen und ein hübsches Deckengewölbe.

Eine Lasershow von Margareta Hesse 

Touch the Light, Margareta Hesse, rote Laserlinien, Sonderausstellung im Zentrum für Lichtkunst in Unna
Margarete Hesse, Tochter the Light, 2023, Installation im ZFILO

In der Sonderausstellung Touch the Light von Margareta Hesse tauche ich in rotes Laserlicht im dunklen Kellergewölbe ein. Die Berliner Künstlerin schafft raumgreifende Installationen mit ihren Laser-Arbeiten. Feiner Nebel und rote, grell leuchtende Lichtschranken durchziehen die Räume, bilden ein leuchtendes Netzwerk. Wir gehen durch die roten Linien, die der (ungefährliche) Laser durch den Raum zieht. Obwohl ich weiß, dass ich einfach hindurch gehen kann, denkt mein Gehirn jedoch, ich müsse ein Hindernis durchbrechen. Rot signalisiert Gefahr und die Lichtlinie wirkt massiv. Die Licht-Skulpturen zu durchschreiten und zu erkunden ist daher ein besonderes Erlebnis für alle Sinne.

Olafur Eliassons Wasserfälle 

Olafur Eliasson, Wasserfall, Lichtkunst in Unna, Stroboskopen Licht,
Olafur Eliasson, The Reflecting Corridor. Draft for Stopping Free Fall, 2002, ZFIL, Foto: Frank Vinken

Das Werk hat mich gar nicht so sehr fasziniert. Weil Eliasson jedoch bekannt ist, erwähne ich es hier. Viele seiner immersiven Kunstwerke, die die Natur imitieren oder in sie eingreifen, kommen spektakulär daher. Hier in Unna laufe ich über einen Laufsteg, und Stroboskoplicht erhellt immer wieder blitzartig die mich rechts und links flankierenden Wände aus Wasser, also Wasserfälle. Das Wasserrauschen ist sehr laut. Im ersten Moment scheint mir die ganze Installation eher ein Lichteffekt zu sein, das Wasser fällt jedoch tatsächlich. Das Licht bewirkt, dass die Tropfen in der Luft hängen zu bleiben scheinen – als ob der freie Fall durch das Licht gestoppt wird.

Scannen in Lebensgröße zum Abschied

Lichtkunst in Unna ­– ein visuelles Spektakel  | Was kann Kunst
Blendet, TouchME, ZFIL, Foto: Frank Vinken

Am Ausgang können wir einen Scan von uns machen lassen. Blendid, das Künstler-Duo David Kousemaker und Tim Olden, schufen eine Installation namens TouchMe. Wir platzieren uns vor der riesigen Glasscheibe. Jeder der sich dagegen presst, wird aufgenommen. Das System speichert die Fotos als Dauerschleife, wenn man dem zugestimmt hat. 

Fazit 

Gerne hätte ich noch über die einfach berührende Arbeit Kiss Voyeur von Stephan Reusse geschrieben, bei der sich, nur durch neonblaue Umrisse erkennbare, Köpfe annähern und küssen und wieder voneinander lassen. Und die Beschreibung meiner getäuschten Augen, die Grün sehen, nachdem ich lange in rote Lichter starrte, weil Grün die Komplementärfarbe von Rot ist und viele weitere Licht-Skulpturen würden die Länge dieses Artikels sprengen.

Also: Die Lichtkunst in Unna ist unbedingt einen Besuch wert! 

Lichtkunst in Unna ­– ein visuelles Spektakel  | Was kann Kunst
Stephan Reusse, Kiss Voyeur, ZFIL, Foto: Thomas Köster
Lichtkunst in Unna ­– ein visuelles Spektakel  | Was kann Kunst
Keith Sonnier, Tunnel of Tears for Unna, 2002, ZFIL

Ertes Beitragsbild: Keith Sonnier, Tunnel of Tears, ZFIL, Foto: Frank Vinken

Lichtkunst in Unna ­– ein visuelles Spektakel  – Britta Kadolsky

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Berlin: Zeitgenössische Kunst im Boros Bunker

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Kunst in Frankfurts neuem Hochhaus

von britta kadolsky • am

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Papierkunst in Berlin

von britta kadolsky • am

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In 2 Wochen ist es endlich wieder so weit: Am 23. April 2022 beginnt die 59. Kunst-Biennale von Venedig. Eigentlich für letztes Jahr geplant, musste das ‚Weltfestival der Kunst‘, wie es das art-Magazin nennt, die Veranstaltung verschieben – aus hinlänglich… Weiterlesen

Kostenlos Kunst in Berlin genießen

von britta kadolsky • am

Schweizer Botschaft, Galerie König, Galerie Sprüth Magers Kostenlos Kunst in Berlin genießen: In Berlins Mitte, direkt neben dem Bundeskanzlerinnenamt, der “Waschmaschine”, inmitten der spröden Betonarchitektur von Diener & Diener, flattert Pipilotti Rists Werk ein Blatt im Wind. Seit 2001 fallen aus… Weiterlesen

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von Ruth Fühner • am

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von britta kadolsky • am

10 Fakten über Porträts 1. Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht. Wer kennt diesen Reim nicht?! Er verdeutlicht, wie wenig es braucht, um ein Gesicht darzustellen. Wir glauben in allem, was zwei Punkte und einen Strich hat,… Weiterlesen

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von Ruth Fühner • am

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von britta kadolsky • am

Darstellung der Zeit in der Kunst Die Zeit: Mal „verfliegt“ sie und mal kriechen sie dahin, die Sekunden und Minuten. Die Zeit kann grausam sein, wenn sie uns unsere Vergänglichkeit aufzeigt und auch gnädig, wenn sie „alle Wunden heilt“. Schon… Weiterlesen

Ausstellungstipp: Die Welt von Steve McCurry

von Saskia Wolf • am

von Saskia Wolf: Die Welt von Steve McCurry ist momentan in einigen Ausstellung in Europa zu sehen. Und was für eine Welt das ist – voller Dramen, Emotionen, Schicksalen, uralten Traditionen und Konflikten, aber auch voller Freude und Farben, Momente der… Weiterlesen

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von britta kadolsky • am

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Ist das Kunst oder kann das weg? – Joseph Beuys zum 100. Geburtstag

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Kurz bevor das Jahr zu Ende geht, muss ich natürlich noch über Joseph Beuys sprechen. Wie hinlänglich bekannt, wäre dieses Jahr sein 100. Geburtstag gewesen. Posthum hat der Künstler daher unglaublich große Aufmerksamkeit bekommen: Über 20 Ausstellungen widmeten sich 2021… Weiterlesen

Die Neue Nationalgalerie in Berlin

von britta kadolsky • am

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Viele Frankfurter Kunst-Schätze strahlen im Verborgenen. Es sind die Sammlungen der Banken. Angelegt weniger in der Hoffnung auf bleibende als auf wachsende Werte, sollen sie das Image des seelenlos angehäuften Kapitals mit dem sanften Glanz des Feingeistigen überziehen. Einige von… Weiterlesen

Lucian Freud – Maler der Queen und der Nackten

von britta kadolsky • am

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Raffaels Engel sind überall

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Was Paris recht ist, ist Frankfurt billig. Die Glaspyramiden am Messeturm sind, na ja, fast so schön wie ihre Schwestern im Innenhof des Grand Louvre. Immerhin, in eine Art Museum geht es hier auch. Eins, das es zumindest an Ausdehnung… Weiterlesen

Sticken ist das neue Malen – Contemporary Embroidery

von britta kadolsky • am

Eine Freundin hat mich zum Sticken gebracht. Ich hatte diese wunderbare Betätigung bis dahin noch immer in die verstaubte, biedere Ecke der Muttis und Omis am heimischen Herd gepackt. Auch weil das Sticken weiblich konnotiert ist. Sticken transportierte jahrhundertelang weibliche… Weiterlesen

Forma Viva – lebendige Form am Südende Istriens

von Ruth Fühner • am

Schon zu Titos Zeiten hatte das istrische Küstenstädtchen Portorož etwas von seiner eleganten Weltläufigkeit bewahren können – und das gilt nicht zuletzt in Sachen Kunst.  1961 fand hier, auf der grünen Halbinsel Seca, erstmals die Bildhauerbiennale Forma Viva statt. Seither… Weiterlesen

Alpinkunst am Großglockner

von Ruth Fühner • am

Kunst-Ausstellung Alpenliebe in Österreich Auf dem Weg nach Italien ist die Großglockner-Hochalpenstraße eine der spektakulärsten Strecken – selbst wenn, wie bei unserer Fahrt, das Wetter so schlecht ist, dass der größte Gletscher Österreichs, die immer mehr schmelzende Pasterze, vom Nebel… Weiterlesen

17. Architekturbiennale in Venedig – Wie werden wir zusammen leben?

von britta kadolsky • am

How will we live together? Wie werden wir zusammen leben? Das ist das spannende Motto der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig. Das Zusammenleben in der Zukunft ist eine Riesen-Herausforderung: Soziale Ungerechtigkeiten, Nachhaltigkeit, Solidarität, Klimawandel, Migration, Rassismus, politische Polarisierungen … große Probleme… Weiterlesen

Draußen Kunst genießen – 5 weibliche Skulpturen in Frankfurts Wallanlagen

von britta kadolsky • am

Die Museen sind immer noch im Lockdown. Nach Monaten des Verzichts auf Kunst und Kultur ist die Sehnsucht groß. Zeit, sich die Kunst draußen anzuschauen!
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Die schießende Feministin: Niki de Saint Phalle

von britta kadolsky • am

Schießkunst – Feministin – Künstlerin: Das ist Niki de Saint Phalle. Ein Schuss knallt und kurz darauf läuft rote Farbe über den Körper. Ein zweiter Schuss ertönt, auch er hat getroffen: gelbe Farbe quillt aus der Wunde. Niki de Saint… Weiterlesen

Wie die Moderne nach Berlin kam – Mariam Kühnel-Hussainis Roman ‘Tschudi’

von Ruth Fühner • am

Tschudi in Berlin Stellen Sie sich für einen Augenblick das großbürgerlich-kaiserliche Berlin um 1900 vor. Den Kurfürstendamm, das Westend, den Boulevard Unter den Linden. Den Rausch von Gründerzeitarchitektur, die hemmungslos Türmchen und Erker, Karyatiden und anderen Klingeling-Zierrat aufeinanderhäuft. Hinter den… Weiterlesen

Überraschung: Max Beckmann ist auch Bildhauer!

von britta kadolsky • am

Max Beckmann in Frankfurt – eine Ausstellung im Städel Die Museen haben wieder auf. Ich besuche das Städel, bevor nach ein paar Tagen alles wieder schließen muss. Die Beckmann Ausstellung im Städel ist klein, aber fein. Der Fokus liegt auf Beckmanns Jahren… Weiterlesen

Jeremy Shaw im Frankfurter Kunstverein

von britta kadolsky • am

Hurra – die Museen sind wieder auf Als erster unterrichtet mich der Frankfurter Kunstverein per E-Mail über die Öffnung. Jeremy Shaw wird im Frankfurter Kunstverein gezeigt. Ich verliere keine Zeit und reserviere direkt Tickets: Eine riesige Leinwand erwartet uns bereits im Eingangsbereich:… Weiterlesen

Online-Führung durch die Städel-Highlights

von britta kadolsky • am

Städel Sammlung: Die Highlights  „Museum für zu Hause – Live“ nennt das Museum seine Reihe der Online-Formate. Freudig nehme ich die Online-Führung über die Städel Highlights wahr.Ein Highlight ist die Online-Führung gleich aus mehreren Gründen:  Nun aber zur eigentlichen Kunst-Führung. Das Ticket bucht man online… Weiterlesen

Alfred von Meysenbug

von britta kadolsky • am

Comic-Autor, Maler, Illustrator und Plattencover-Gestalter von Udo Lindenberg Alfred von Meysenbug, einigen bekannt durch seine Comic-Bücher und die Illustration von Udo Lindenbergs Plattencovern, ist vor einem Jahr am 19. Februar gestorben. Meyse, wie er von seinen Freunden liebevoll genannt wurde, hieß… Weiterlesen

Online-Führung durch die Stephan Balkenhol Ausstellung

von britta kadolsky • am

Was für ein wunderbares Angebot in Anbetracht der pandemiebedingten Schließung: Eine Online Führung durch die Ausstellung von Stephan Balkenhol im Duisburger Lehmbruck Museum.Die monumentalen bemalten Holzskulpturen des Bildhauers sind vielerorts im öffentlichen Raum zu bewundern. Fast in jeder großen Stadt… Weiterlesen

Das Blaue vom Himmel

von Ruth Fühner • am

Lapis, Indigo und Waid – die Geheimnisse der Farbe Blau.  Keine Spur von Blau, auf diesem Bild der National Gallery in London. Es ist, da sind sich die Experten weitgehend einig, wohl ein echter Michelangelo – wenn auch nicht gerade einer… Weiterlesen

Die Liaison von Kunst und Werbung: Manet und YSL

von britta kadolsky • am

Was haben Kunst und Mode gemeinsam? Momentan, in der Pandemie: Museen, Modehäuser und Boutiquen haben geschlossen.Aber es gibt noch andere Zusammenhänge . . . Einer der bekanntesten liegenden Frauenakte der Kunstgeschichte ist Manets Olympia; 1865 löste das Bild bei der… Weiterlesen

Stilbruch auf Leinwand: Gerhard Richter

von Ruth Fühner • am

Eine nackte Frau mit blonder Bienenkorbfrisur schreitet eine Treppe herab. Frontalansicht, leicht unscharf. Die Farben: wie auf einem der ersten Farbfotos, ausgeblichen, die Treppe grünlich. Ema, 1966. 2 Meter mal einsdreißig.  Graue Rechtecke. Monochrom. Die Farbe mal mit grobem Pinsel gleichmäßig… Weiterlesen

Spektakuläre Museumsbauten: Teil 2

von britta kadolsky • am

Museumsarchitektur in ehemaligen Industriebauten  Im 1. Teil habe ich bereits die Frage gestellt: Welche Chance hat die Kunst neben der spektakulären Museumsarchitektur von heute? Dazu habe ich spektakuläre architektonische Meisterleistungen gezeigt, die eigens für die Präsentation von Kunst gebaut wurden. … Weiterlesen

Spektakuläre Museumsbauten: Teil 1

von britta kadolsky • am

Bei meinen Besuchen in den diversen Museen für moderne und zeitgenössische Kunst fällt mir immer wieder auf, wie beeindruckend Museumsarchitektur sein kann.  Ich denke hierbei an Bauten wie  Zusätzlich imponieren ehemalige Industriegebäude, die mittlerweile als Museum fungieren.  Selbstverständlich sind auch… Weiterlesen

Berghain: Kunst im Berliner Technoclub Teil 2

von britta kadolsky • am

Teil 2/2: Studio Berlin – Panoramabar, Schlackekeller,große Halle im Berghain Der 2. Teil meines Artikels über die großartige Ausstellung im Berghain (Hier gehts zum 1. Teil). Dort habe ich über die Ausstellung im Main Dancefloor, der Klobar und die Toiletten… Weiterlesen

Berlin: Kunst im legendären Technoclub Berghain

von britta kadolsky • am

Teil 1/2: Berghain – Studio Berlin – Main Dancefloor, Klobar, Unisex Toiletten.  Eine Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst in einem der coolsten Clubs Deutschlands: das passt zusammen! Wie allgemein bekannt und x-mal erwähnt: die Clubszene liegt seit Corona brach und die… Weiterlesen

Wo Banane drauf ist, ist Kunst drin!

von britta kadolsky • am

Die Banane ziert Eingänge zur Kunst Alle, die sich für Kunst interessieren haben die knallgelbe Spray-Banane sicherlich schon mal an einer Häuserwand gesehen. Die Banane sieht aus wie aus einem Comic entsprungen. Die sehr einfache Form in Gelb mit den wenigen schwarzen… Weiterlesen

Yves Klein: Intensives Blau – sein Markenzeichen

von britta kadolsky • am

“Blue has no dimension it is beyond dimensions.” Yves Klein Intensives Blau – das Markenzeichen von Yves Klein Endlich war ich, nach der Corona-bedingten Schließung, mal wieder im Städel. Die Gegenwartskunst im unterirdischen Erweiterungsbau, den Gartenhallen, ist ganz neu gehängt worden…. Weiterlesen

Ist das Kunst oder kann das weg?

von britta kadolsky • am

Die alte Diskussion… Von wem stammt eigentlich dieses Zitat? Es wird mittlerweile recht häufig benutzt, insbesondere um auszudrücken, dass man das jeweilige Kunstwerk nicht als ein solches anerkennen will. Ich möchte in diesem Artikel der Herkunft auf den Grund gehen und… Weiterlesen