Kostenlos Kunst in Berlin genießen

britta kadolsky

Schweizer Botschaft, Galerie König, Galerie Sprüth Magers

Kostenlos Kunst in Berlin genießen:
In Berlins Mitte, direkt neben dem Bundeskanzlerinnenamt, der “Waschmaschine”, inmitten der spröden Betonarchitektur von Diener & Diener, flattert Pipilotti Rists Werk ein Blatt im Wind.

Seit 2001 fallen aus der elektronisch gesteuerten Maschine täuschend echte Baumblätter – in Wirklichkeit Blatt-Fotografien auf farbigem Papier in Form eines Baumblattes.

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Schweizerische Botschaft in Berlin, Pipilotti Rist, Ein Blatt im wind, Geburtsort ist Zufall, Ginkoblatt, Foto: Britta Kadolsky

Sie sollen im 12-Minuten Takt zu Boden segeln, habe ich gelesen. Auf jedem Blatt befinden sich poetische Botschaften in den Sprachen der Schweiz: Deutsch, Italienisch, Französisch und der Weltsprache Englisch.

Als ich ankomme und vor dem Eingang zum Deckenschlitz in die Höhe blicke, fliegt natürlich gerade kein Blatt heraus. Ich freue mich aber ein Eichenblatt auf dem Boden zu finden. „Sei meine Braut und ich bin Dein Laub“ lese ich darauf.

Kurz darauf erscheint ein netter Mitarbeiter, der Erbarmen mit meinem suchenden Blick hat: Er drückt mir eine Handvoll Blätter in die Hand und erklärt mir, dass in der Regel nur noch ein Blatt pro Tag herauskommt. Es sei denn die Maschine sei verstopft, dann erschienen mehrere Blätter gleichzeitig, irgendwann. Am besten gefällt mir das Ginkoblatt mit der Message: „Geburtsort ist Zufall“.

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Schweizerische Botschaft in Berlin, Pipilotti Rist, Ein Blatt im wind, Geburtsort ist Zufall, Ginkoblatt

Schön finde ich auch dieErklärung, die ich auf Wikipedia gefunden habe:  

„Das Konzept von “Ein Blatt im Wind” behandelt eine bestimmte Grenzenlosigkeit: Die Blätter werden durch Wind und Schuhwerk aus dem Eingangsbereich davongetragen, die auf dem Papier niedergeschriebenen Wünsche verteilen sich langsam in der ganzen Stadt. Die Blätter sind wie eine Metapher für Demokratie, mit ihnen findet eine Botschaft Verbreitung.“ 

Fenster in der Schweizerischen Botschaft mit Beschreibung von Pipilotti Ritts Kunstwerk Ein Blatt im Wind, Foto: Britta Kadolsky

Zwei großartige Galerien

Johann König

Wenn ich in Berlin bin, gehe ich immer in die ehemalige Kirche St. Agnes. Der Brutalismus-Bau (Architekt Werner Düttmann) in Berlin Kreuzberg beherbergt die Galerie Johann König. Anfang der 2000er Jahre wurde die ehemals katholischen Kirche profaniert und ab 2012 vom Ehepaar König saniert und umgebaut. König zeigt in wunderschönen Räumen Kunst der Spitzenklasse – kostenlos, es ist ja schließlich eine Galerie. 

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Galerie König in der ehemaligen Kirche St. Agnes, Berlin Kreuzberg, Foto: Britta Kadolsky

Der Sohn des ehemaligen Städelschul-Rektors und Kurators Kasper König vertritt das Who is Who der deutschen zeitgenössischen Kunst. Seine Galerie ist auch der Verkaufsraum, und so kann ich neben High-Art auch die Preise bewundern: Beides finde ich faszinierend! Ich stelle fest, dass ich mir selbst eine Edition von Xenia Hausner, deren Porträts ich sehr bewundere, niemals leisten kann.

Die Werke von Alicja Kwade, Jorinde Voigt und Anselm Reyle bestaune ich ebenso, wie die lustigen Installationen von Elmgreen und Dragset, dem dänisch-norwegischen Künstler-Duo, dass in Berlin lebt und arbeitet. Ich beschließe auf jeden Fall noch in den Tiergarten zu gehen, um mir die Gedenkstätte anzuschauen, die die beiden den schwulen Opfern des Holocausts gewidmet haben.

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Elmgreen & Dragset, Installationsansicht König Galerie Berlin, Foto: Britta Kadolsky

Zunächst jedoch wartet Stephan Balkenhol (hier der link zu einem früheren Artikel über eine wunderbare Führung zu Balkenhols Skulpturen im Lehmbruckmuseum).

Überraschend monumental wirkt der Raum im 1. Stock, trotz der insgesamt 18 Holzskulpturen und Wandreliefs, allesamt sehr groß. Am meisten beeindruckt mich die Reihe aus 6 Männern in weißem Hemd und dunkler Hose. Sie stehen jeweils auf einem Baumstamm-Sockel, aus dem Balkenhol sie herausgearbeitet hat. Alle Skulpturen sind gleich hoch, jedoch werden die Figuren immer kleiner, während die Sockel immer größer werden.

Stephan Balkenhol, Männer in weissem Hemd, Holz, Skulptur, Installationsansicht König Galerie Berlin, Foto: Britta KadolskyKostenlos Kunst in Berlin genießen
Stephan Balkenhol, Installationsansicht König Galerie Berlin, Foto: Britta Kadolsky

Mittig, im hinteren Teil des Raumes, der nur von Oberfenstern und einem seitlichen Glasband beleuchtet wird, steht eine überlebensgroße Frauenfigur. Sie trägt ein weißes Kleid und die braunen Haare sind zum langen Zopf geflochten. Die Skulptur wirkt imposant, steht die Frau doch auf gleich 3 Sockeln, die immer größer werden. Die Figur scheint andächtig auf die Rückwand des großen Kirchenraumes zu schauen. An ihr hängt ein Wandrelief, das auf den ersten Blick wie Micky Maus aussieht, bei näherer Betrachtung jedoch ein menschliches, melancholisches Gesicht erkennen lässt – gewöhnungsbedürftig.

 Stephan Balkenhol, Frau, Micky Maus, Holz Skulptur,Installationsansicht König Galerie Berlin
Stephan Balkenhol, Installationsansicht König Galerie Berlin, Foto: Britta Kadolsky

Wie für Balkenhol typisch, sind die Figuren rau behauen und die groben Bearbeitungen des Holzes deutlich zu erkennen.

Stephan Balkenhol, Teilansicht Mann, König Galerie Berlin, Foto: Britta Kadolsky

Sprüth Magers

Erstmalig besuche ich die Galerie Sprüth Magers. In Berlin Mitte angesiedelt, gehört die Galerie mit Niederlassungen in London und Los Angeles zu den renommiertesten der Stadt. 1983 eröffneten Monika Sprüth und Philomene Magers als erste eine Galerie in Köln, die ausschließlich Künstlerinnen zeigte.

Die großzügigen Räume auf 2 Stockwerken in Berlin, unweit des Hackeschen Marktes, beherbergen im Moment 2 Künstler*innen.

Der Künstler Robert Irwin stellt in einen Raum minimalistisch anmutende Skulpturen, bestehend aus verschiedenen Acrylglas-Wänden in Grün und Grau, die mal transparent und mal undurchsichtig wirken. Sie reflektieren das Licht, und man spiegelt sich im Vorbeigehen darin – ein Teil des Kunstwerkes. Im benachbarten Raum hängt eine Serie namens Unlights aus Neonleuchtröhren, die jedoch nicht leuchten. Nebeneinander gereiht, erinnern sie trotzdem stark an Dan Flavins Lichtinstallationen. 

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Installation view of the exhibition: Robert Irwin Sprüth Magers, Berlin December 4, 2021 – March 26, 2022

Die Bilder der koreanischen Künstlerin Hyun-Sook Song sind wunderschön: eine gelungene Mischung aus altmeisterlicher Tempera-Malerei und minimalistischer Reduziertheit in Bezug auf Farben, Komposition und Motiv. Viele feine, weiße Pinselstriche, die wie ein dünnes Tuch anmuten, ziehen den Blick auf sich. Sie winden sich um einen gemalten Stock, trotzdem muten die großen Leinwände mit dem beige-grauen gleichmäßigen Hintergrund abstrakt an. Meditativ wirkt sowohl der Prozess der Malerei als auch der Effekt auf mich als Betrachterin.

Installationsansicht, Hyun-Sook Song, Sprüth Magers, Berlin, 2022

Im Showroom der Galerie, der durch riesige Schaufenster den Blick in die Regale zulässt, sind noch einige der handgemachten Keramikschalen von Andrea Zittel zu sehen: Wunderschöne Arbeiten! Ich überlege (wie so häufig), ob eine Unterscheidung zwischen Kunst und Kunsthandwerk sinnvoll ist. (Ein Thema für einen anderen Artikel).

Andrea Zittel, Keramik, Sprüth Magers, Showroom Berlin, 2022,
Andrea Zittel, Keramik, Sprüth Magers, Showroom Berlin, 2022, Foto: Britta Kadolsky

Leider sind die beiden künstlerischen Positionen nur bis Ende März zu sehen. Ein Besuch in der geräumigen Galerie lohnt sich jedoch immer, ich werde beim nächsten Berlin-Besuch auf jeden Fall wieder vorbeischauen.

Fazit: Alle 3 Locations sind sehr zu empfehlen, kostenlos und immer spannend.

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Die Bundesbank zeigt ihre Kunst in Frankfurt 

von britta kadolsky • am

Ortswechsel – die neue Ausstellung im Museum Giersch Das knallige Rot beleuchtet den Raum und wirkt fast magisch, der weiße Fleck in der Mitte des Bildes verstärkt diesen Effekt noch. Ich stehe vor Fred Thielers Rot 65 von 1965 im ersten Raum der… Weiterlesen

documenta fifteen in Kassel

von britta kadolsky • am

Die documenta fifteen in Kassel Noch knapp 3 Wochen läuft sie, die documenta fifteen, die wohl weltweit bedeutendste Kunstschau für zeitgenössische Kunst. Ich habe es endlich geschafft, nach Kassel zu reisen. Meine Erwartungen waren ehrlich gesagt nicht besonders hoch, umso… Weiterlesen

Rainer Fetting: Willy Brandt und die Berliner Mauer

von britta kadolsky • am

Die Bronzeskulptur Willy Brandt von Rainer Fetting Jeder kennt sie, zumindest aus dem Fernsehen: Die massive Bronze-Skulptur Willy Brandt ist von Rainer Fetting, der auch für seine Berliner Mauer Bilder bekannt ist. Die Skulptur steht in der Berliner Parteizentrale der… Weiterlesen

Was kann Kunst? Lion Feuchtwangers Roman ‘Erfolg’

von Ruth Fühner • am

Was kann Kunst – Dieser Satz steht über Brittas Blog – und Lion Feuchtwangers in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstandener Roman „Erfolg“ gibt darauf eine doppelte Antwort.  Zum einen erzählt er von einem Justizskandal, ausgelöst durch die provokanten… Weiterlesen

Barbara Kruger in Berlin und Venedig

von britta kadolsky • am

Barbara Kruger in Berlin und Venedig Seit ihrem ikonischen Werk von 1987 I shop therefore I am finde ich die Kunst von Barbara Kruger großartig. Ihre Erkennungsmerkmale sind die Farben: Schwarz, weiß und rot sowie die riesigen Schriftzüge. Immer ist Text ein… Weiterlesen

Neue Kunst in alten Gemäuern

von Ruth Fühner • am

Spuren der Geschichte Wie Britta treibt auch mich die Frage um, was der Reiz ist an der in den letzten Jahrzehnten aufgekommenen Mode, ehemals anders genutzte Räume (Schlösser, Zechen, Bunker) für Gegenwartskunst zu nutzen. Ein Grund liegt auf der Hand:… Weiterlesen

Berlin: Zeitgenössische Kunst im Boros Bunker

von Britta Kadolsky • am

Die Geschichte des Boros Bunkers in Berlin Zwangsarbeiter der Nationalsozialisten errichteten den betongrauen Luftschutzbunker in der Mitte Berlins für bis zu 4.000 Menschen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er sehr unterschiedlich genutzt. Zuerst diente er als Kriegsgefängnis der… Weiterlesen

Meine Highlights auf der Biennale in Venedig 2022

von britta kadolsky • am

Die vier Länderpavillons, die mich am meisten begeistert haben Von Deutschland aus schauen wir gewohnt und – typisch für uns – besonders kritisch auf den Deutschen Pavillon, der in dieser Biennale, wenn auch nicht preisgekrönt, so doch sehr eindrucksvoll von… Weiterlesen

Der Deutsche Pavillon in Venedig

von britta kadolsky • am

Auf der 59. Biennale in Venedig beschäftigt sich der Deutsche Pavillon wieder einmal mit sich selbst. Irgendwie gehört das ja zum Pflichtprogramm der deutschen Künstler*innen bei der faschistischen Architekturgeschichte.  Maria Eichhorn habe ursprünglich geplant, den gesamten Pavillon abzutragen und woanders wieder aufzubauen…. Weiterlesen

Kunst in Frankfurts neuem Hochhaus

von britta kadolsky • am

Kostenlos Kunst in Frankfurt genießen – Chiharu Shiota im WINX Tower Fasziniert lege ich meinen Kopf in den Nacken und schaue auf die vier roten Boote, die in luftiger Höhe des Foyers im WINX Tower schweben. Die mit roten Fäden… Weiterlesen

Papierkunst in Berlin

von britta kadolsky • am

Kunst aus Papier im Haus des Papiers in Berlin Ein (noch) ziemlich geheimer Kunst-Tipp ist das Haus des Papiers in Berlin Mitte. Gegründet wurde es im Jahr 2021 von den Unternehmerinnen Ulrike Vohrer und Annette Berr. Das Museum ist ganz der… Weiterlesen

Die Kunst-Biennale Venedig ist wieder da

von britta kadolsky • am

In 2 Wochen ist es endlich wieder so weit. Am 23. April 2022 beginnt die 59. Kunst-Biennale von Venedig. Eigentlich für letztes Jahr geplant, musste das ‚Weltfestival der Kunst‘, wie es das art-Magazin nennt, die Veranstaltung verschieben – aus hinlänglich… Weiterlesen

Das Bild des Menschen

von Ruth Fühner • am

Gerade hat Britta ihren letzten Artikel über das Porträt eingestellt, da stoße ich zufällig bei einem Sevilla-Besuch auf eine Ausstellung, die genau daran anschließt. La Imagen Humana, Das Bild des Menschen heißt die Schau im Kulturforum der Caixa-Bank, die aus den reichen Beständen… Weiterlesen

10 Fakten über Porträts

von britta kadolsky • am

10 Fakten über Porträts 1. Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht. Wer kennt diesen Reim nicht?! Er verdeutlicht, wie wenig es braucht, um ein Gesicht darzustellen. Wir glauben in allem, was zwei Punkte und einen Strich hat,… Weiterlesen

Kunstspaziergang im Frankfurter Bankenviertel

von Ruth Fühner • am

Einen schön aufwendigen Wechselrahmen für Kunst leistet sich die DZ-Bank mit ihrem Art Foyer am Platz der Republik in Frankfurt. In dem strahlend weißen Gehäuse mit dem eindrucksvollen Treppenaufgang zeigt die Bank dreimal im Jahr Ausstellungen von KünstlerInnen, die sich mit dem… Weiterlesen

Darstellung der Zeit in der Kunst

von britta kadolsky • am

Darstellung der Zeit in der Kunst Die Zeit: Mal „verfliegt“ sie und mal kriechen sie dahin, die Sekunden und Minuten. Die Zeit kann grausam sein, wenn sie uns unsere Vergänglichkeit aufzeigt und auch gnädig, wenn sie „alle Wunden heilt“. Schon… Weiterlesen

Ausstellungstipp: Die Welt von Steve McCurry

von Saskia Wolf • am

von Saskia Wolf: Die Welt von Steve McCurry ist momentan in einigen Ausstellung in Europa zu sehen. Und was für eine Welt das ist – voller Dramen, Emotionen, Schicksalen, uralten Traditionen und Konflikten, aber auch voller Freude und Farben, Momente der… Weiterlesen

Kollektive erobern die Kunstwelt – ruangrupa

von britta kadolsky • am

Künstler*innenkollektive boomen gerade in der Kunstwelt. Hat das Ego des Künstlergenies langsam ausgedient? Warum gerade jetzt? Klar ist: die Gesellschaft befindet sich im Wandel. Egotrips werden zunehmend als überholt und unpassend empfunden. Teamwork steht, nicht nur in der wirtschaftlichen Arbeitswelt,… Weiterlesen

Ist das Kunst oder kann das weg? – Joseph Beuys zum 100. Geburtstag

von britta kadolsky • am

Kurz bevor das Jahr zu Ende geht, muss ich natürlich noch über Joseph Beuys sprechen. Wie hinlänglich bekannt, wäre dieses Jahr sein 100. Geburtstag gewesen. Posthum hat der Künstler daher unglaublich große Aufmerksamkeit bekommen: Über 20 Ausstellungen widmeten sich 2021… Weiterlesen

Die Neue Nationalgalerie in Berlin

von britta kadolsky • am

Ich bin in Berlin! Die neue Nationalgalerie steht ganz oben auf meiner Museumsliste. Jahrelang habe ich über den Bauzaun auf das ikonische Glas- und Stahlgebäude der Neuen Nationalgalerie geäugt. Nun ist das Museum der Moderne, nach sechseinhalb Jahren radikaler Sanierung… Weiterlesen

Kunst in und vor Frankfurter Bankfoyers

von Ruth Fühner • am

Viele Frankfurter Kunst-Schätze strahlen im Verborgenen. Es sind die Sammlungen der Banken. Angelegt weniger in der Hoffnung auf bleibende als auf wachsende Werte, sollen sie das Image des seelenlos angehäuften Kapitals mit dem sanften Glanz des Feingeistigen überziehen. Einige von… Weiterlesen

Lucian Freud – Maler der Queen und der Nackten

von britta kadolsky • am

Heute möchte ich von einem meiner Lieblingsmaler berichten: Lucian Freud – Maler der Queen und der Nackten. Vor 10 Jahren ist der Enkel des Psychoanalytikers Sigmund Freud gestorben.  Neben einem kleinen Bild von der Queen, malte er auch Berühmtheiten wie Kate Moss, Jerry… Weiterlesen

Raffaels Engel sind überall

von britta kadolsky • am

Raffaels Engel sind überall. Die Geschichte des Renaissance-Gemäldes, die ich heute erzähle, begann vor 500 Jahren und erlebt seit etwa 50 Jahren selbst eine unglaubliche Renaissance. Der Fairness halber sollte ich noch ergänzen, dass die neuerliche popkulturelle Aufmerksamkeit sich lediglich… Weiterlesen

Kunst unter der Erde – der Louvre des RMV in Frankfurt

von Ruth Fühner • am

Was Paris recht ist, ist Frankfurt billig. Die Glaspyramiden am Messeturm sind, na ja, fast so schön wie ihre Schwestern im Innenhof des Grand Louvre. Immerhin, in eine Art Museum geht es hier auch. Eins, das es zumindest an Ausdehnung… Weiterlesen

Sticken ist das neue Malen – Contemporary Embroidery

von britta kadolsky • am

Eine Freundin hat mich zum Sticken gebracht. Ich hatte diese wunderbare Betätigung bis dahin noch immer in die verstaubte, biedere Ecke der Muttis und Omis am heimischen Herd gepackt. Auch weil das Sticken weiblich konnotiert ist. Sticken transportierte jahrhundertelang weibliche… Weiterlesen

Forma Viva – lebendige Form am Südende Istriens

von Ruth Fühner • am

Schon zu Titos Zeiten hatte das istrische Küstenstädtchen Portorož etwas von seiner eleganten Weltläufigkeit bewahren können – und das gilt nicht zuletzt in Sachen Kunst.  1961 fand hier, auf der grünen Halbinsel Seca, erstmals die Bildhauerbiennale Forma Viva statt. Seither… Weiterlesen

Alpinkunst am Großglockner

von Ruth Fühner • am

Kunst-Ausstellung Alpenliebe in Österreich. Auf dem Weg nach Italien ist die Großglockner-Hochalpenstraße eine der spektakulärsten Strecken – selbst wenn, wie bei unserer Fahrt, das Wetter so schlecht ist, dass der größte Gletscher Österreichs, die immer mehr schmelzende Pasterze, vom Nebel… Weiterlesen

17. Architekturbiennale in Venedig – Wie werden wir zusammen leben?

von britta kadolsky • am

How will we live together? Wie werden wir zusammen leben? Das ist das spannende Motto der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig. Das Zusammenleben in der Zukunft ist eine Riesen-Herausforderung: Soziale Ungerechtigkeiten, Nachhaltigkeit, Solidarität, Klimawandel, Migration, Rassismus, politische Polarisierungen … große Probleme… Weiterlesen

Draußen Kunst genießen – weibliche Skulpturen in Frankfurts Wallanlagen

von britta kadolsky • am

Die Museen sind immer noch im Lockdown. Nach Monaten des Verzichts auf Kunst und Kultur ist die Sehnsucht groß. Zeit, sich die Kunst draußen anzuschauen!
Kunst im öffentlichen Raum heißt das Stichwort! In Frankfurts Wallanlagen, einem grünen Parkstreifen um die Innenstadt, stehen dutzende Skulpturen. 5 davon habe ich genauer betrachtet. Alle weiblich, alle nackt. Warum?… Weiterlesen

Die schießende Feministin: Niki de Saint Phalle

von britta kadolsky • am

Schießkunst – Feministin – Künstlerin: Ein Schuss knallt und kurz darauf läuft rote Farbe über den Körper. Ein zweiter Schuss ertönt, auch er hat getroffen: gelbe Farbe quillt aus der Wunde. Niki de Saint Phalle schießt auf ihr Kunstwerk La mort… Weiterlesen

Wie die Moderne nach Berlin kam – Mariam Kühnel-Hussainis Roman ‘Tschudi’

von Ruth Fühner • am

Tschudi in Berlin Stellen Sie sich für einen Augenblick das großbürgerlich-kaiserliche Berlin um 1900 vor. Den Kurfürstendamm, das Westend, den Boulevard Unter den Linden. Den Rausch von Gründerzeitarchitektur, die hemmungslos Türmchen und Erker, Karyatiden und anderen Klingeling-Zierrat aufeinanderhäuft. Hinter den… Weiterlesen

Überraschung: Max Beckmann ist auch Bildhauer!

von britta kadolsky • am

Max Beckmann in Frankfurt – eine Ausstellung im Städel Die Museen haben auf. Ich besuche das Städel, bevor nach ein paar Tagen alles wieder schließen muss. Die Beckmann Ausstellung im Städel ist klein, aber fein. Der Fokus liegt auf Beckmanns Jahren in… Weiterlesen

Jeremy Shaw im Frankfurter Kunstverein

von britta kadolsky • am

Hurra – die Museen sind wieder auf Als erster unterrichtet mich der Frankfurter Kunstverein per E-Mail über die Öffnung. Jeremy Shaw wird im Frankfurter Kunstverein gezeigt. Ich verliere keine Zeit und reserviere direkt Tickets: Eine riesige Leinwand erwartet uns bereits im Eingangsbereich:… Weiterlesen

Online-Führung durch die Städel-Highlights

von britta kadolsky • am

Städel Sammlung: Die Highlights  „Museum für zu Hause – Live“ nennt das Museum seine Reihe der Online-Formate. Freudig nehme ich die Online-Führung über die Städel Highlights wahr.Ein Highlight ist die Online-Führung gleich aus mehreren Gründen:   Endlich kann ich mal wieder ein Museum ‚besuchen‘… Weiterlesen

Alfred von Meysenbug

von britta kadolsky • am

Comic-Autor, Maler, Illustrator und Plattencover-Gestalter von Udo Lindenberg Alfred von Meysenbug, einigen bekannt durch seine Comic-Bücher und die Illustration von Udo Lindenbergs Plattencovern, ist vor einem Jahr am 19. Februar gestorben. Meyse, wie er von seinen Freunden liebevoll genannt wurde, hieß… Weiterlesen

Online-Führung durch die Balkenhol Ausstellung

von britta kadolsky • am

Was für ein wunderbares Angebot in Anbetracht der pandemiebedingten Schließung: Eine Online Führung durch die Ausstellung von Stephan Balkenhol im Duisburger Lehmbruck Museum.Die monumentalen bemalten Holzskulpturen des Bildhauers sind vielerorts im öffentlichen Raum zu bewundern. Fast in jeder großen Stadt… Weiterlesen

Das Blaue vom Himmel

von Ruth Fühner • am

Lapis, Indigo und Waid – die Geheimnisse der Farbe Blau.  Keine Spur von Blau, auf diesem Bild der National Gallery in London. Es ist, da sind sich die Experten weitgehend einig, wohl ein echter Michelangelo – wenn auch nicht gerade einer… Weiterlesen

Die Liaison von Kunst und Werbung

von britta kadolsky • am

Was haben Kunst und Mode gemeinsam? Momentan, in der Pandemie: Museen, Modehäuser und Boutiquen haben geschlossen.Aber es gibt noch andere Zusammenhänge . . . Einer der bekanntesten liegenden Frauenakte der Kunstgeschichte ist Manets Olympia; 1865 löste das Bild bei der… Weiterlesen

Stilbruch auf Leinwand: Gerhard Richter

von Ruth Fühner • am

Eine nackte Frau mit blonder Bienenkorbfrisur schreitet eine Treppe herab. Frontalansicht, leicht unscharf. Die Farben: wie auf einem der ersten Farbfotos, ausgeblichen, die Treppe grünlich. Ema, 1966. 2 Meter mal einsdreißig.  Graue Rechtecke. Monochrom. Die Farbe mal mit grobem Pinsel gleichmäßig… Weiterlesen

Spektakuläre Museumsbauten: Teil 2

von britta kadolsky • am

Museumsarchitektur in ehemaligen Industriebauten  Im 1. Teil habe ich bereits die Frage gestellt: Welche Chance hat die Kunst neben der bombastischen Museumsarchitektur von heute? Dazu habe ich spektakuläre architektonische Meisterleistungen gezeigt, die eigens für die Präsentation von Kunst gebaut wurden. … Weiterlesen

Spektakuläre Museumsbauten: Teil 1

von britta kadolsky • am

Bei meinen Besuchen in den diversen Museen für moderne und zeitgenössische Kunst fällt mir immer wieder auf, wie beeindruckend Museumsarchitektur sein kann.  Ich denke hierbei an Bauten wie  das zylindrisch geformte Guggenheim Museum in New York das technisch-futuristisch anmutende Centre Pompidou in… Weiterlesen

Kunst im Berliner Technoclub Berghain: Teil 2

von britta kadolsky • am

Teil 2/2: Studio Berlin – Panoramabar, Schlackekeller,große Halle. Der 2. Teil meines Artikels über die großartige Ausstellung im Technoclub (Hier gehts zum 1. Teil). Dort habe ich über die Ausstellung im Main Dancefloor, der Klobar und die Toiletten berichtet.  Für… Weiterlesen

Berlin: Kunst im legendären Technoclub Berghain

von britta kadolsky • am

Teil 1/2: Studio Berlin – Main Dancefloor, Klobar, Unisex Toiletten.  Eine Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst in einem der coolsten Clubs Deutschlands: das passt zusammen! Wie allgemein bekannt und x-mal erwähnt: die Clubszene liegt seit Corona brach und die Clubs kämpfen… Weiterlesen

Wo Banane drauf ist, ist Kunst drin!

von britta kadolsky • am

Die Banane ziert Eingänge zur Kunst Alle, die sich für Kunst interessieren haben die knallgelbe Spray-Banane sicherlich schon mal an einer Häuserwand gesehen. Die Banane sieht aus wie aus einem Comic entsprungen. Die sehr einfache Form in Gelb mit den wenigen schwarzen… Weiterlesen

Intensives Blau – das Markenzeichen von Yves Klein

von britta kadolsky • am

“Blue has no dimension it is beyond dimensions.” Yves Klein Intensives Blau – das Markenzeichen von Yves Klein Endlich war ich, nach der Corona-bedingten Schließung, mal wieder im Städel. Die Gegenwartskunst im unterirdischen Erweiterungsbau, den Gartenhallen, ist ganz neu gehängt worden…. Weiterlesen

Ist das Kunst oder kann das weg?

von britta kadolsky • am

Die alte Diskussion… Von wem stammt eigentlich dieses Zitat? Es wird mittlerweile recht häufig benutzt, insbesondere um auszudrücken, dass man das jeweilige Kunstwerk nicht als ein solches anerkennen will. Ich möchte in diesem Artikel der Herkunft auf den Grund gehen und… Weiterlesen